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CrowdMyRegion – Das soziale Liefernetzwerk für die Region

Wie im ländlichen Raum Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs zu den Bürger*innen kommen, daran hat sich in vielen Jahrzehnten nicht viel geändert. Mit dem Auto. Und meist auch nur mit dem Auto. Denn immer mehr Läden ziehen sich aus Dörfern und Kleinstädten zurück. Seien es Bäcker und Metzger oder auch Vollsortiment-Supermärkte. Und auf der anderen Seite wollen immer mehr Menschen auch ohne Auto mobil sein und Alltägliches wie Lebensmittel stattdessen – wie sie es etwa von Amazon kennen – bequem und schnell per Lieferdienst beziehen. In immer mehr Großstädten ist das heute kein Problem mehr. In 10 Minuten wird ein Supermarkteinkauf nach Hause geliefert. Bleibt der ländliche Raum hier von einer Entwicklung abgehängt oder können sich neue innovative Lösungen etablieren und damit die Lebensqualität im ländlichen Raum deutlich steigern?

Das ist das Ziel von Marko Jeftic, der mit einem sozialen Liefernetzwerk und einfach zu bestückenden Online-Shops für kleine Einzelhändler*innen eine echte Marktlücke füllt. CrowdMyRegion funktioniert in seinen Modellregionen und hilft damit nicht nur bei der Digitalisierung des Einzelhandels, sondern es bringt Kunden und Produkte zusammen.

Im Technologieprogramm Smart Service Welten des Bundeswirtschaftsministeriums konnte er unter Beweis stellen, wie ein solches Projekt funktioniert und wie Kommunen bei der Transformation vor Ort unterstützen können.

Neben CrowdMyRegion gibt es im noch 38 weitere Smart-Service-Projekte, die vom Ministerium gefördert werden. Die Fördervorhaben entwickeln prototypische Lösungen in den Bereichen Bau und Beschäftigung, Energie, Medizin, Mobilität, Produktion sowie Wohnen und Leben. Das Teilprogramm Smart Service Welt II widmet sich dabei insbesondere der Digitalisierung im ländlichen und kleinstädtischen Raum. Insgesamt 200 Millionen Euro stehen für die Projekte zu Verfügung, die je zur Hälfte aus Mitteln des Bundes und von Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft kommen.

 

In diesem Gespräch unterhalte ich mich mit Marko Jeftic als Initiator von CrowdMyRegion, der mir erklärt, wie ein Lieferservice im ländlichen Raum kostendeckend funktionieren kann und warum dafür auch engagierte Nachbarn und Mitbürger*innen wichtig sind.

Alle zwei Wochen gibt es eine neue Folge des Podcasts zur Kommunalen Digitalisierung. Die bisherigen Ausgaben und Möglichkeiten den Podcast kostenlos zu abonnieren, gibt es hier. 

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Transcript

[Felix Schmitt] Herzlich Willkommen zu Folge 24 meines Podcasts zur kommunalen Digitalisierung. Mein Name ist Felix Schmitt. Ich bin dein Moderator und Begleiter auf dem Weg in die kommunale Digitalisierung. Wie im ländlichen Raum Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs zu den Bürgerinnen kommen, das hat sich in vielen Jahrzehnten nicht wirklich viel geändert. Mit dem Auto halt und meist auch nur mit dem Auto. Denn immer mehr Läden ziehen sich aus Dörfern und Kleinstädten zurück. Seien es Bäcker und Metzger oder auch Vollsortiment Supermärkte. Und auf der anderen Seite wollen immer mehr Menschen auch ohne Automobil sein und alltägliches wie Lebensmittel stattdessen, wie sie es etwa von Amazon kennen, bequem und schnell per Lieferdienst beziehen. In immer mehr Großstädten ist das heute kein Problem mehr. In zehn Minuten wird ein Supermarkteinkauf nach Hause geliefert. Bleibt der ländliche Raum hier von einer Entwicklung abgehängt oder können sich neue innovative Lösungen etablieren und damit die Lebensqualität im ländlichen Raum deutlich steigern? Genau das ist das Ziel von Marko Jeftic. Der mit einem sozialen Liefernetzwerk und einfach zu bestückenden Onlineshops für kleine EinzelhändlerInnen eine echte Marktlücke füllt, Crowd my Region funktioniert in seinen Modellregionen und hilft damit nicht nur bei der Digitalisierung des Einzelhandels, sondern es bringt Kunden und Produkte zusammen. Im Technologieprogramm smart Servicewelten des Bundeswirtschaftsministeriums konnte er unter Beweis stellen, wie ein solches Projekt funktioniert und wie Kommunen bei der Transformation vor Ort unterstützen können. Neben Crowd My Region gibt es noch 38 weitere Smart Service-Projekte die vom Ministerium gefördert werden. Die Fördervorhaben entwickeln prototypische Lösungen in den Bereichen Bau und Beschäftigung Energie, Medizin, Mobilität, Produktion sowie Wohnen und Leben. Teilprogramm Smart Servicewelt zwei widmet sich dabei insbesondere der Digitalisierung in ländlichen und kleinen städtischen Räumen. Insgesamt 200 Millionen Euro stehen für die Projekte zur Verfügung, die je zur Hälfte aus Mitteln des Bundes und von Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft kommen. Heute unterhalte ich mich mit Marko Jeftic, also dem Initiator von Crowd my Region. Er erklärt mir, wie ein Lieferservice im ländlichen Raum kostendeckend funktionieren kann und warum dafür auch engagierte Nachbarn und Mitbürgerinnen wichtig sind. Hallo Herr Jeftic, ich grüße Sie. 


[Marko Jeftic] Hallo Herr Schmitt, guten Tag.


[Felix Schmitt] Herr Jeftic, wie ist das eigentlich? Ich äh lese jetzt in der letzten Zeit ständig davon, in den deutschen Großstädten, in Berlin, in Köln, in München kämpfen inzwischen die Lieferanten von Lebensmitteln, äh um Kundschaft. Im ländlichen Raum ist es ja eher da kämpfen die Verbraucherinnen und Verbraucher mit den Läden, um irgendwie dahin zu kommen und wenn sie kein Auto haben dann wird sich da wahrscheinlich auch in den nächsten Jahrzehnten nichts dran ändern, dass sie ziemlich aufgeschmissen sind, oder?

[Marko Jeftic] Ja, also auf jeden Fall, was wir da im ländlichen Raum merken, ist äh, dass das Lädensterben äh vor allem kleinere Lebensmittel Direktvermakler und Händler sind auch davon betroffen. Dadurch äh muss man als Endverbraucher weite Wege zurücklegen zum nächsten ähm ja im Supermarkt oder zum nächsten Bäcker, Metzger äh man hat nicht den Luxus wie in den städtischen Raum, äh dass man sich äh mit Flink über Gorillas mal in zehn Minuten etwas äh liefern lässt. Ähm sondern muss natürlich sehr weiter Strecken äh zulegen. Man muss äh, Auto angewiesen und ja, wenn man nicht wenn man jetzt eingeschränkt ist, was die Mobilität angeht, dann ist man da schon äh hat man da schon einen großen Nachteil. Und ähm ja, es lohnt sich eben auch nicht, alle kleinen Direktvermarkter abzufahren, das ist das ist ein Teufelskreis, was für da im ländlichen Raum aktuell erleben.

[Felix Schmitt ]Wir wollen jetzt aber heute diese Podcastfolge jetzt nicht dazu nutzen, ähm die Nachteile äh der Mobilität im ländlichen Raum zu besprechen, sondern es geht ja dadrum ähm zu schauen, welche Lösungen gibt es und da haben sie eine Lösung ausgetüftelt und jetzt in den letzten Jahren ähm auch am Markt auch ausprobiert. Können Sie vielleicht mal kurz beschreiben, um um was es genau dabei auch geht.

[Marko Jeftic] Ähm vielleicht mal vorab, also wir haben damit ähm angefangen ähm mit in einem in einem Team-Projekt an einer an der Universität Mannheim ja an an diesem Projekt zu arbeiten. Äh schlussendlich äh kam diese Idee sehr gut an und es folgte auch eine Ausgründung ja wir haben äh unsere Idee ist im Prinzip ein app-basierter Online-Marktplatz äh für äh Lebensmitteleinzelhändler und auch äh Direktvermarkter, die sich über unsere Plattform äh komplett eigenständig digitalisieren können, äh ihre äh Lebensmittel, ja, digital verfügbar machen können und äh den Endkunden ein ja tollen Service bieten. 

[Felix Schmitt] Das ist also im Prinzip, das, was man jetzt von den Gorillas, haben Sie ja gerade auch schon erwähnt oder auch flink ähm aus den äh aus den äh Ballungsräumen ein Stück weit auch kennt, das Ganze so ein bisschen auf die äh auf den ländlichen äh Raum auch runtergebrochen, aber ich sage mal, das Fahrradkurieren kommt man da wahrscheinlich ja nicht sonderlich weit. Ähm wie ist das denn weitergegangen, nachdem sie gesagt haben, okay jetzt können sich die Läden digitalisieren. Wie sollen denn dann die äh die Lebensmittel zu den Endverbrauchern dann kommen?

[Marko Jeftic] Ja ähm wie die Lebensmittel zum Endverbraucher kommen, äh das geht über unsere Plattform, also wir ähm wir haben ein ja Liefersystem angefangen zu entwickeln. Und äh bei einem körperbasierten Liefersystem muss natürlich einerseits das Angebot stimmen, aber auch die Endkunden auf der Plattform müssen auf der Plattform verfügbar sein. Ja, Ziel war es, wie gesagt, dass dass die Direktvermarkter sich eigenständig digitalisieren können und äh ja, die Betonung liegt auf eigenständig, denn die Plattform muss einerseits skalierbar sein. Äh wir können ja nicht jeden Bäcker von Hand digitalisieren und auch up to date halten mit seinen Produkten und Preisen und was auch. Ähm ja wir haben uns ein äh Einrichtungsassistenten überlegt, womit die Bäcker ganz einfach durch unser System geführt werden und äh ja digital bei der Digitalisierung unterstützt werden. Ähm nachdem diese Produkte dann äh digitalisiert wurden, kann der Anbieter uns eine Meldung schicken wir prüfen diesen Shop, schalten ihn frei und dann ist der für die Endkunden da draußen sichtbar äh sind die Produkte sichtbar, ähm die dann ja ähm die Produkte zu sich bestellen können. Ähm ja entweder ähm können die Kunden eben das klassische Click and Collect verwenden, was man ja auch so äh von den Größeren kennt. Äh man bestellt also Lebensmittel vor, holt sie dann selbst ab und das Besondere an unserem System ist, ähm ich habe da noch zusätzlich die Möglichkeit, die Bestellinformationen bei so einer bei der Click and Collect Bestellung mit meinen Freunden und meiner Familie zu teilen, also meinen sozialen Netzwerk eigentlich. Ähm so haben wir eine Art äh Crowd-Lieferung äh in light äh bei uns äh eingeführt. Diese wird regelmäßig genutzt darüber hinaus gibt es dann nochmal die feste Hauslieferung. Da dazu muss dann der Bäcker oder der Metzger eine Lieferpartnerschaft eingehen mit einem Logistiker vor Ort. Das ist jetzt äh ja einen Fahrradlogistiker eher schwierig im ländlichen Raum. Die sind ja da eher mehr. Im städtischen, aber im ländlichen Raum ähm sehen wir vor allem Mobilitätsdienstleister, wie zum Beispiel Taxifahrer, äh die ähm Personen befördern, aber dann halt auch zu den Leerzeiten beispielsweise Lebensmittel ausliefern können. Und ja diese feste Lieferung ist ein fester Bestandteil auch in unserem System. Endkunden, damit es auch äh attraktiver für die Endkunden wird, weil manchmal habe ich halt niemanden, der mir meine Sachen ausliefert und dann muss halt muss es halt eine feste Lieferung geben.
Und der äh letzte äh Bestellung Lieferart, die wir noch anbieten, ist die Lieferung zur Abholstation. Vor allem im Rhein-Neckar-Preis bei uns getestet und das spannende daran ist, dass sich Privatpersonen da eben auch eintragen können als Fahrer, äh die dann ehrenamtlich beispielsweise Lebensmittel vom Bäcker zum Metzger liefern und dadurch das Sortiment des Metzgers durch das vom äh Bäcker erweitern. Das heißt, die äh die Kommunen im ländlichen Raum haben sich dadurch auch gegenseitig unterstützt. Und ja, darauf kommt es auch vor allem an im äh so einem crowdbasierten Liefernetzwerk.

[Felix Schmitt] Da hat ja jetzt eine ganze Menge ähm auch dringesteckt an Informationen, aber auch an Anknüpfungspunkten die ja glaube ich viele Probleme auch beschreiben, die Kommunalverwaltungen, ähm aber auch natürlich Einzelhändler im ländlichen Raum ja auch kennen. Fangen wir vielleicht oben mal an. Ähm. Ich glaube auch bis heute sind die allerwenigsten Bäcker oder Metzger, ich will da niemandem zu nahe treten, oder Blumenhändler. Ähm die wenigsten von ihnen sind ja digitalisiert. Ähm in dem Sinne, dass ihr auch einen Onlineshop auch haben, weil ich glaube, die meisten setzen ja weiterhin auch darauf, ähm dass die Laufkundschaft ihnen das Geschäft auch ähm auch bringt. Ähm wir haben jetzt gerade anderthalb Jahre Coronapandemie auch hinter uns, da, haben wir ja sozusagen ganz schnell gelernt, ah das kann auch mal nicht funktionieren eine Weile, ähm aber vielleicht mal und diese Pandemie mal beiseite gelassen ganz kurz, was haben denn ähm kleine Fachhändler äh davon, wenn sie einen entsprechenden Onlineshop auch ähm auch einrichten bei Kunden haben sie ja wahrscheinlich äh trotzdem.

[Marko Jeftic] Ja ähm es geht ja nicht darum äh die also um den um den Ist-Stand, sondern äh es geht ja auch darum, die die Kunden auch zu behalten. Ja, also wenn äh wenn der Kunde merkt, dass äh sich das Einkaufen für ihn äh einfacher gestaltet, wenn ich zum nächsten neu erbauten Discounter fahren kann und dadurch meinen ganzen Lebensmitteleinkauf auf einmal mitnehmen kann, dann ist das eben äh vielleicht ein Grund für den Kunden dann nicht mehr zu einem Metzger zu gehen, sondern halt eben zum Discounter. Deswegen muss man eigentlich ähm auf die Kundenbedürfnisse auch hören, also einerseits auf die Stammkunden, die man hat, ähm aber auch andererseits sollte man schauen, dass man auch dann auch die Endkunden erweitert, dass man neue Kunden für sich gewinnt. Und diese gewinnt man auch beispielsweise durch digitale Lösungen, vor allem die jüngere Kundschaft ist dadurch äh sehr gut anzusprechen.

[Felix Schmitt] Und der der nächste Punkt, der äh der hier glaube ich auch ganz vielen auch immer gleich präsent wird, jetzt müssen wir doch mal kurz über Corona sprechen. Als ich dann ähm viele kleine Händlerinnen und Händler dann ähm entweder dauerhaft oder zumindest mal vorübergehend über sporadische oder vorübergehende Lösungen äh ein digitales Angebot auch geschaffen haben. War ja so die Erfahrung ähm okay, jetzt sind alle online. Außer den Kunden, die fehlen irgendwie. Ähm ist das so eine Erfahrung? Ähm sie sind ja jetzt schon auch vor Corona ja auch gestartet. Ähm, ist das so eine Erfahrung, die Sie auch gemacht haben, dass also in in manchen Fällen ähm auch wenn man oft ja, ich sage mal auch in die Situation kommt, mal ein bisschen so geläufig zu schimpfen über den trägen Einzelhandel, der sich nicht verändern möchte, ähm äh dass aber genau das passiert ist, aber die Kundschaft dann am Ende äh nicht mitgezogen ist. Haben Sie diese Erfahrung auch gemacht?

[Marko Jeftic] Ja natürlich auch vor Corona war das zu beobachten. Man muss sagen, Online-Marktplätze, das ist schon die Königsdisziplin der Geschäftsmodelle, denn man muss einerseits das Angebot, das passende Angebot haben, aber auch die Endkunden auf die Plattform, äh die Endkunden für die Plattform gewinnen. Und ja auch vor der Coronapandemie ähm war es natürlich äh nicht ganz einfach, vor allem in ein ein System, das komplett neu entstanden ist, das noch gar nicht bekannt ist. Äh das muss ja auch irgendwie wachsen für Endkunden.

[Felix Schmitt] Und und wie haben Sie das ähm wie haben Sie das dann gelöst? Ich meine ähm nur weil das äh nur weil eine Plattform besteht, heißt es ja noch nicht, dass es dann irgendwann läuft, aber ich weiß ja, äh es hat ja dann irgendwann funktioniert. Wie ist es denn dazu gekommen?

[Marko Jeftic] Also es muss sie haben’s ja vorhin schon erwähnt, das muss einerseits auch über die Anbieter gehen. Ähm müssen auch äh sie die die Bäcker, Metzger Hofläden, die müssen auch mitziehen. Äh das heißt äh einerseits vor Ort Werbung in Form von Plakaten ausstellen, äh Flyer verteilen, die Kunden ähm auf das digitale Angebot immer wieder aufmerksam machen. Beispielsweise auch ja eine Gutscheinaktion starten also es es fängt schon auch über die Stammkunden an, die dann wiederum ihren Freunden, ihrer Familie davon erzählen und so so kann man dann eben auch wiederum Neukunden gewinnen.

[Felix Schmitt] Wie wichtig ist denn in dem Zusammenhang ähm das Thema User-Experience? Weil ich habe jetzt in den ähm in den letzten Monaten eine Reihe von Online-Lösungen, auch von Plattformen kennengelernt. Ähm da habe ich so das Gefühl gehabt, na das musste jetzt halt schnell gehen. User-Experience, also wie ich einen äh einen Shop nutze kam da irgendwie äh zu kurz und ähm so nach dem Motto und okay, die müssen’s jetzt halt nutzen und ähm entweder sie tun’s oder sie lassen’s. Haben sie da drauf bei der Entwicklung, sie haben ja auch gesagt, dass Kern sind ja im Prinzip Shop-Systeme ähm äh für für Anbieter. Ähm Haben Sie darauf äh Wert gelegt, dass dass so etwas auch einfach nutzbar ähm auch gemacht werden kann? Also so wie’s die Menschen von Amazon meinetwegen nennen wir mal äh Rewe zum Beispiel hier ähm das ist auch genauso nutzen können, wie sie’s vielleicht auch von anderen großen Wettbewerbern kennen.

[Marko Jeftic] Also die User-Experience ist natürlich ein Riesen Erfolgsfaktor für so ’n ja lokales Lieferangebot in Form unseres Online-Marktplatzes. Ähm deswegen legen wir da auch sehr viel Wert darauf. Wir haben unsere Apps nativ entwickelt, das heißt ähm wir haben ähm ja einen Code für für Android-Geräte, einen Code für äh iOS, iPhone-Geräte wodurch wir die beste User-Experience erzielen können. Wir halten uns hierbei auch an Designrichtlinien und ähm das ist das Mindeste, was auch der Kunde erwartet. Weil stellen sie sich vor, sie äh wollen etwas bestellen und dann hängt es an einer Stelle und Sie wissen gar nicht warum oder woran es denn liegen könnte. Es muss möglich sein, mit wenigen Klicks zur Bestellung zu kommen und das ist, was der Kunde erwartet und sobald irgendwas nicht richtig funktioniert, dann wird die App auch wieder deinstalliert.

[Felix Schmitt] Sie haben jetzt schon ähm vor einer Weile mit Crowd my Region gestartet ähm wo sind sie denn im Moment überall aktiv? Also wo kann man ähm entweder Sie oder ein ein Shop, der von Ihnen bereitgestellt wird, auch wirklich als Kunde ähm auch auch kennenlernen?

[Marko Jeftic] Ähm wir haben mit  Crowd my Region im Rhein-Neckar-Kreis gestartet, haben äh ja die Plattform zusammen auch mit der des Rhein-Neckar-Kreises ähm mit aufgebaut äh nach dem Up Prinzip. Also äh die äh Anbieter äh mit in Beteiligungsworkshops äh genommen, die Endkunden mit in die Workshops genommen und dadurch auch also von dort aus die Plattform aufgebaut. Äh Stand heute kann ich im Rhein-Neckar-Kreis bei etwa ja 20, 30 Anbietern bestellen bei natürlich standardmäßiges Ticket Collect, bei anderen sogar auch noch die die feste Lieferung und ähm ja mittlerweile auch durch Corona bedingt ist unser unsere Plattform auch nochmal gewachsen, hat größere Bekanntheit gewonnen. Wir sind jetzt auch ähm in in in teilweise auch in städtischen Bereichen. Wir sind äh in der in der Pfalz, in Neustadt. Ja, also hauptsächlich in Baden-Württemberg sind wir unterwegs, ähm haben aber natürlich deutschlandweit verteilt äh hier und da Shops.

[Felix Schmitt] Und wir arbeiten die ähm meisten Anbieter, Sie haben ja gesagt, es gibt ja verschiedene Möglichkeiten, die man da auch ähm die auch die Anbieter selber äh bereitstellen können. Äh welche Erfahrungen haben sie da gemacht einerseits ähm was stellen die äh Händlerinnen, Händler am liebsten bereit, also entweder Lieferungen, Abholung äh oder äh Crowd-Lieferung ähm und auf der anderen Seite was nutzen denn die äh die Bürgerinnen und Bürger am liebsten?

[Marko Jeftic] Ja ähm also klar die um eine Lieferung zu gewährleisten muss man natürlich die braucht man einen Partner um die Lebensmittel auch auszuliefern. Ähm es kann natürlich der Bäcker auch selbst machen, aber wir haben die Erfahrung gemacht, dass die meisten Anbieter sich eher auf ihr Produkt konzentrieren wollen. Sie wollen sich gar nicht mit der Lieferung befassen, sondern wollen einfach nur ihr Brot backen, ihre Brötchen backen und äh ihre äh Kunden damit äh zufriedenstellen. Ähm, die meisten haben natürlich das das Click and Collect bei uns, weil das ja auch Standard das das geht ja prinzipiell mit jedem Anbieter, dass man, dass man bei jemand bestellt oder selbst abholt und äh was wir aber merken ist, es kommt sehr, sehr stark auch auf die Lieferung an, denn das ist, was der Endkunde am Ende des Tages haben will. Endkunde ist es immer mehr und mehr gewohnt äh Lebensmittel oder andere Produkte zu sich nach Hause zu liefern. Und ähm das merken wir auch an den Zahlen. Ja also Zahlen von 2019, 2020 mit 2021 vergleichen. Es äh die Hauslieferung mit Abstand am stärksten wachsend, obwohl nicht mal äh ja obwohl nicht mal überall die Hauslieferung verfügbar ist.

[Felix Schmitt] Ein Alleinstellungsmerkmal von ihnen ist ja so dieses ähm äh dieses Angebot auch über die Crowd Lieferungen ähm machen lassen zu können. Wie kann ich mir das vorstellen? Also unter Crowd kenne ich ja schon ganz viel ähm aber ein Crowd-Lieferservice.
Der ist mir jetzt äh als ich mich jetzt damit mit ihrem Projekt beschäftigt habe in der Tat zum ersten Mal ähm irgendwie unter die Finger gekommen. Was was kann ich mir dadrunter vorstellen?

[Marko Jeftic] Ähm bei uns können sie sich darunter vorstellen, dass sie als Privatperson, wenn sie im ländlichen Raum leben und äh in in ihrem Gebiet ähm unsere Plattform App genutzt wird, äh können die sich als ja engagierter Bürger oder engagierte Bürgerinnen ähm melden und sich ins System eintragen lassen. Ähm sie können beispielsweise ihre täglichen Routen, die sie fahren, ähm zum Beispiel äh ja vom ländlichen Raum nach Heidelberg zur Arbeit und nach der Arbeit wieder zurück. Das können sie im System hinterlegen, dann weiß das System: Okay, Ähm das wäre eine potenzielle Lieferroute. Ähm wenn da jetzt ein Endkunde bestellt, kann man die zwei Personen miteinander matchen und dadurch die äh die Lieferung sehr kostengünstig äh natürlich äh dann auch ausliefern, weil die Fahrt sowieso. Man nutzt sowieso Fahrten und äh ermöglicht eine kostengünstige Lieferung, was ja eher größere – ja wo eben größere eine Schwierigkeit hat auch haben. Und, jetzt mal so nachgefragt nach wen kann ich mir denn da vorstellen äh der der sich bereit erklärt solche Fahrten auch auf sich zu nehmen, weil ich kann mir vorstellen gibt ja auch viele andere Angebote, wo es da drum geht, dass Leute ähm entweder ehrenamtlich oder für einen ganz, ganz geringen äh finanziellen Vorteil äh sich an solchen Sachen beteiligen.

[Felix Schmitt] Wie kann ich mir denn ähm die Menschen vorstellen, die sich äh bei Ihnen freiwillig äh bereit erklären zu sagen, okay, ja, ich fahre jetzt mal äh oder ich gehe mal was holen und verteile das dann hier in meiner Nachbarschaft. Ähm wer macht sowas?

[Marko Jeftic] Ja äh klar ist das beste Beispiel der Herr Gersbach ähm auch äh aus äh aus dem Rhein-Neckar-Kreis. Er wohnt in einer der zwei Modellkomunen von uns und äh ja er ist äh soweit ich weiß in Rente, engagiert sich eben auch ehrenamtlich in der in den Kommunen und äh ja äh liefert für die Gemeinden, für die zwei Modellgemeinden aus. Ähm sie wissen ja, im ländlichen Raum da kennt man sich ja auch äh gegenseitig eher als auch in der Stadt. Und ähm da funktioniert auch so etwas ganz gut und äh ich finde so etwas ich find’s so eine eine ja Tätigkeit auch klasse ähm man kommt ins Gespräch auch mit den äh mit den anderen Personen aus den Kommunen und man tut äh sich was Gutes, man tut anderen was Gutes und ja es ist der zentrale Dreh- und Angelpunkt, worauf auch so ein äh Lieferung basiert. 

[Felix Schmittt] Wie ist denn der Herr Gersbach dazu gekommen? Dass er ähm also einerseits, wie ist er denn überhaupt auf das Angebot auch aufmerksam äh geworden und wie kommt er denn an seine Fahrten dran? Also hat er dann auch eine App, die ähm äh die er dann nutzt, wo er wo dann sich zweimal am Tag äh fängt die an zu vibrieren und er weiß Ah, ich habe mal wieder was zu tun. Ähm ich muss mal wieder raus. Ähm also wie ist er wie ist er da drauf aufmerksam geworden und wie arbeitet er auch damit?

[Marko Jeftic] Der Herr Gersbach ist äh über natürlich die äh Bürgermeister auch aufmerksam geworden. Äh das äh das Projekt und auch eben, wenn man so eine so einen Online-Markplatz bei sich hat, ist ja dann auch bekannt und äh ja der Herr Gersbach hat sich da eben bereit erklärt, mitzumachen, mache das jetzt auch mittlerweile schon, würde ich sagen, zweieinhalb Jahre circa. und ja er hat er hat eine eigene Ansicht bei uns im System, also wo wo er wo die Bestellung auch dann äh landen. Ähm wenn jetzt äh jemand aus den Gemeinden bestellt kommt der Herr Gersbach eine äh Push-Benachrichtigung auf sein Handy und weiß dann, ah okay äh die Lieferung am Donnerstag findet statt. Kann ich dann den meinen Nachbarn was Gutes tun und denen was vom in dem Fall die Markt, Metzger oder der Bäckerei etwas mitnehmen.

[Felix Schmitt] Ich nehme mal an ähm so einen Herr Gersbach braucht man aber wahrscheinlich reicht einer nicht, oder?

[Marko Jeftic] Nee, äh einer reicht auf keinen Fall. Vor allem wenn man äh wenn natürlich die wenn eine Kommune 2000-5000 Einwohner hat ähm äh wir haben auch andere natürlich ähm Privatperson und Menschen, die sich da eben äh ehrenamtlich engagieren, die auch im System eingetragen sind und auf ihre Lieferroute äh dann ja benachrichtigt werden, wenn eine Bestellung da ist. Beispielsweise nimmt der Herr Gersbach die Donnerstagsbestellungen mit und äh eine andere Person nimmt man dann beispielsweise am Samstag die Bestellung mit.


[Felix Schmitt] Und was macht das ähm mit mit einer Dorfgemeinschaft? Ähm an dieser Stelle, also ich selber bin auch aufm Dorf groß geworden. Ich müsste jetzt lügen, ich glaube aber deutlich unter 400 Einwohner, also Dorf-Dorf ähm. Ich kann mir vorstellen, auch so aus eigener äh Erfahrung. Das verändert wahrscheinlich auch, was im Dorfleben, aber können Sie das auch so äh haben Sie das auch ähm also können Sie das bestätigen, dass man dann auch merkt, okay, wenn wenn so was wie Nahversorgung, was dann vielleicht vorher, für viele Menschen eine große Herausforderung war, jetzt auf einmal gar nicht mehr, äh so schwierig ist ähm. Das äh das Dorfleben sich dadurch entweder attraktiver oder ähm oder anderweitig irgendwie verändert. Haben Sie da irgendwas feststellen können?

[Marko Jeftic] Ja ähm wir haben vor allem auch jetzt während der Corona-Zeit festgestellt. Also da war ja überall Lockdown angesagt, jeder war zu Hause. Das, was man eigentlich im ländlichen Raum ja hat und auch schätzt, ist ja dieses soziale Treffpunkt den man da auch hat beim  Metzger vor Ort oder ähm im Rathaus oder in einem Café äh falls natürlich noch eins da ist. Ähm und ja vor allem durch Corona äh ging das da äh war ja dann auch jeder zu Hause und hat ähm keinen sozialen Treffen, keine Gelegenheit mal mehr gehabt mal eben sich mit anderen Menschen auszutauschen, mit denen man vielleicht jetzt nicht unmittelbar in Berührung kommt. Und durch diesen sozialen Lieferdienst äh hat man halt die Möglichkeit
eben Leuten was Gutes zu tun, mal ein bisschen mit äh mit ihnen über alles Mögliche zu sprechen und äh ja die die Lieferung macht man dann halt nebenher und es gibt auch mehr darum eben um das Soziale dahinter.

[Felix Schmitt] Ich habe jetzt in der letzten Zeit sehr, sehr viele solche Lieferangebote oder ich sage mal Bestellangebote äh kommen und fast genauso viele auch wieder gehen sehen ähm was jetzt natürlich auch durch durch Corona jetzt nochmal deutlich beschleunigt wurde dieser ähm der eine wie auch der andere Prozess ähm. Jetzt gibt es ja ihr Angebot, es gab es vorher schon und äh gibt es auch heute noch. Können Sie was können Sie jetzt aus der Erfahrung mit dem eigenen ähm Projekt, was Sie umgesetzt haben, ähm so eigene Erfolgsfaktoren identifizieren, die wichtig sind für solche lokalen Lieferangebote? Was sind denn da so Voraussetzungen, ähm äh die einfach gegeben sein müssen, damit so was auch klappt?

[Marko Jeftic] Ja. Also wir haben ja vorhin schon über einen Erfahrungsfaktor gesprochen. Das ist die User-Experience. Ähm da habe ich auch schon gesagt, wir gehen sehr stark auf nach dem mobile First-Prinzip. Ähm es muss über äh das Shoppen muss über die mobilen Endgeräte funktionieren und es muss sehr gut funktionieren. Mehr als die Hälfte der Endkunden shoppt heutzutage mit dem Handy und das ist die Tendenz ist eben steigend. Darüber hinaus ist es auch wichtig, ähm ein gutes Angebot zu haben. Also es bringt mir nichts, wenn der Bäcker, der sich digitalisiert, nur ein Zehntel seines Sortiments online anbietet offline aber natürlich äh alles da hat. Und ähm ja deswegen ist auch das Angebot sehr wichtig. Es muss vollständig sein, es muss gut aussehen. Ich muss Produktbilder in einer guten Qualität haben und dann äh sind die Endkunden auch bereit sich das anzuschauen. Neben dem guten Angebot ist beispielsweise auch ein guter wichtig. Also es muss Sinn ergeben. Ähm wenn ich jetzt einen Shop eröffne und ein äh Brötchen verkaufe, äh nebendran dann noch Whiskyflaschen verkaufe und ein Schlauchboot auch noch zum als ja im Angebot habe, dann macht das aus der Endkundenperspektive gar keinen Sinn. Deswegen fokussieren wir uns auch wirklich ganz stark auf Lebensmittel, die man auch immer wieder bestellt. Und ja äh das ist natürlich auch sehr wichtig. Also die Brötchen beispielsweise äh vor dem Frühstück am Sonntag zu bekommen. Man muss sich also Gedanken machen, wo erzeugt man den größten Mehrwert aus Endkundenperspektive. Ja und als letzter Punkt sind natürlich Multiplikatoren wichtig und dazu gehören auch Kommunen, die einem natürlich die Türen öffnen können. Zu den Anbietern, zu den Endkunden, äh die auch ja Richtung Marketing und den PR ähm auf jeden Fall unterstützen können und ähm wie gesagt, es ist äh schwer äh das Angebot und die Endkunden gleichzeitig hochzufahren und deswegen sind Multiplikatoren wie beispielsweise Kommunen sehr, sehr wichtig spielen hier eine ja wichtige Rolle. 

[Felix Schmitt] Sie haben jetzt gerade einen für mich ganz spannendes Thema angesprochen. Äh das sind die Sonntagsbrötchen. Ich kenne bisher äh noch niemanden ähm also mit Sicherheit gibt’s irgendjemanden, aber ich kenne in der Tat noch nie jemanden äh noch niemanden, entweder hier bei mir in der Stadt in Mainz oder sonst irgendwo montags bevor ich frühstücken will Sonntagsbrötchen vorbeibringt. Wie haben Sie das denn auf die Reihe bekommen?

[Marko Jeftic] Ja, das äh haben wir. Zum ersten Mal, ich meine, das war 2020 im April zur Zeit des Lockdowns. Äh ähm mit einem Logistiker ähm bekommen und zwar ähm haben wir einen Bäcker in äh Neustadt digitalisiert und mit einem Mobilitätsanbieter verknüpft. Auch eine Lieferung natürlich sonntags äh sehr früh, ich glaube zwischen sieben und neun Uhr morgens anbietet. Bedeutet das aus Endkundenperspektive? Na ja, ich muss nicht mehr äh früh aufstehen, äh kann eigentlich ausschlafen und äh bekommen die Brötchen mir einfach vor die Haustür geliefert. Und ähm ja ist natürlich ein äh riesen Luxus und äh deswegen betone ich immer wieder, dass dass man halt einen einen guten braucht, um auch einen Marktplatz äh zum Laufen zu bringen.

[Felix Schmitt] Ich habe jetzt in der Vergangenheit von vielen Kommunalverwaltungen, von von Wirtschaftsförderung äh Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern äh immer wieder gehört, na wir wollen da ja was machen, aber wir sind uns noch nicht so richtig im Klaren, was können wir denn eigentlich tun? Also aus Ihrer Sicht, was ist denn die Aufgabe von einer Kommune? In so einer Situation? Ist es da eher zu sagen, okay, wir sind jetzt die Betreiber einer solchen Plattform? Wir kümmern uns dadrum, äh hier einen Herrn Gersbach zu finden, der äh dann vielleicht auch mindestens mal einmal die Woche ähm Pakete in der Gegend rumfährt. Oder was was ist die Rolle, die Kommunen hier einnehmen können, damit das Leben vor Ort eben genau diese Attraktivität auch wieder zurückbekommt?

[Marko Jeftic] Also ähm dass eine Kommune beispielsweise einen Marktplatz selbst betreibt, das ähm ist aus unserer Sicht nicht empfehlenswert. Es muss aus unserer Sicht ein privatwirtschaftlicher Akteur in dem äh Spiel mit dabei sein. Ähm ja aber das Ganze eben in enger Zusammenarbeit mit Kommunen. Eben wie vorhin auch schon erwähnt in Richtung Marketing unterstützend, Vernetzung mit Anbietern, Endkunden auch mit auch in Richtung PR Zugang vielleicht äh ja zu verschiedenen Zeitungen haben und dadurch äh den beim Aufbau eines solchen Marktplatzes unterstützen können und sich auch gegen diese Amazonisierung auch wehren können. Ähm ja, es kommt ein big Player und auf einmal ist der ganze Einzelhandel bedroht. Ähm deswegen sind so Modelle wie unser Online-Marktplatz sehr wichtig. Ähm wichtig ist, dass dass dieses Modell sich wirtschaftlich trägt. Und klar anfangs muss das Ganze natürlich subventioniert werden ähm aber irgendwann muss es halt auch muss der Marktplatz halt auch von alleine laufen. Und äh da kommen eben privatwirtschaftliche wie beispielsweise aufbauen Logistiker, Mobilitätsanbieter oder auch Verbände von Direktvermarktern, die sich zusammentun. Und ähm da eine äh eine Lösung für Endkunden bieten.

[Felix Schmitt] Das heißt also Kommunen sind jetzt nicht in der ähm oder sie sehen Kommunen jetzt nicht in der Verpflichtung selber jetzt ein wirtschaftliches Risiko auch ähm auch einzugehen, sondern eher zu schauen ähm ah okay, da sind Akteure, bringen wir die mal zusammen. Ähm vielleicht unterstützen wir die mal ähm eine Weile. Also grad eher so Sachen wie Netzwerkarbeit, Marketing vielleicht auch ähm und ich glaub’s kann ja wahrscheinlich auch äh nicht äh in äh nicht von äh nicht schlecht sein, wenn der Bürgermeister mal im Amtsblatt sagt, ach übrigens, hier ein neues Angebot. Schaut aus, schaut euch das doch mal an. Also wahrscheinlich verstehe ich das richtig, dass ähm dass sie die Rolle der Kommunen eher dahingehend sehen, dass sie Promotoren eines solchen Programms sind, aber nicht selber die äh Programmverantwortlichen.

[Marko Jeftic] Genau, also die Kommunen sollten sich in der Verantwortung sehen, solche Modelle äh zu unterstützen. Ähm. Auf äh viele viele Wirtschaftsförderungen haben ja auch auf der Tagesordnung die Digitalisierung des Einzelhandels. Und ähm das ergänzt sich einfach auch sehr gut und ähm da wenn man einen privatwirtschaftlichen gefunden hat, der ein hohes Interesse hat eine äh einen Online-Marktplatz aufzubauen. Dann kann man kann man diesen eben äh in vielerlei Hinsicht unterstützen, so wie auch bei uns.

[Felix Schmitt] Ich habe jetzt von dem ähm vor unserem Gespräch habe ich habe ich das kennengelernt, was sie machen und wie’s auch funktioniert, aber ich muss auch zugeben von dem Namen habe ich jetzt auch noch nichts gehört und ich habe auch immer wieder so das Gefühl, ähm die Anforderungen vor Ort in den Kommunen, sie sind doch sehr unterschiedlich. Wie gehen sie denn genau auch damit um? Also wollen sie jetzt oder einer eigenen Marke aufbauen oder ist das gar nicht das Entscheidende, um solche lokalen Spezifik ähm Besonderheiten auch vielleicht mit eigenen Marktplätzen auch ähm auch aufzufangen. Wie treten sie denn da äh vor Ort dann noch auf?

[Marko Jeftic] Ja, also wir haben ja angefangen damit, dass wir die Marktwert Punkt App entwickelt haben ähm ja Coronabedingt äh unter anderem ist die Plattform auch äh sehr stark verbreitet deutschlandweit ähm und äh bietet verschiedenen Anbietern die Möglichkeit, sich zu digitalisieren, ihre Produkte zu verkaufen. Ähm allerdings ist das bleibt ja immer noch das Endkundenproblem. Wir aus äh Mannheim heraus fällt uns sehr, sehr schwer in beispielsweise in Brandenburg einen Marktplatz aufzubauen und zu betreiben. Deswegen haben wir uns auch dazu entschieden unser unsere Technik die wir dahinter haben, die wir aufgebaut haben äh in einem Art White Label Modell anzubieten. Äh wir bieten anderen Marktplatzbetreibern unsere Technik an, diese zu nutzen und wir übernehmen die Rolle, die äh diese Technik zu betreiben, weiterzuentwickeln, neue Funktionen, zuzufügen und äh dadurch eben viel mehr skalierbar zu machen. Man spart sich als Markt als Betreiber. Natürlich sehr, sehr viel Geld und Zeit ähm in unserem Marktplatz beispielsweise äh sind schon Summen im siebenstelligen Bereich geflossen und ähm es es hat auch nicht jeder das Know-how äh so eine äh Technik zu entwickeln natürlich ähm angepasst ist auf die ja auf die Anbieter und auf die Endkundenbedürfnisse.

[Felix Schmitt] Haben Sie vorhin ja auch das äh ein ein Schlagwort hier mit reingebracht, was ja den den ähm wie sie mal den Marktplatz Deutschland äh ziemlich umgeworfen hat. Das ist Amazon. Die Amazonisierung und das betrifft ja äh natürlich erst einmal alle Regionen, aber ganz speziell natürlich äh ländlichen Raum und vielleicht sogar noch ein äh Tacken äh noch einen Ticken stärker, die Mittelstädte in Deutschland. Ähm welche Perspektive äh sehen Sie denn grade auch für das Lieferwesen einerseits für Lebensmittel, äh aber auch für andere ähm Angebote von ähm äh von Fachhändlern aufm Land in Mittelstädten ist es ähm, ist es jetzt bald ein Standard, der jetzt kommt, der sich jetzt grade in den Ballungsgebieten äh durchsetzt oder stehen wir da noch ganz am Anfang von der Entwicklung, die vielleicht auch irgendwann wieder zu Ende sein kann.

[Marko Jeftic] Also man muss sagen, der ländliche Raum ist natürlich schwierig aufgrund der weiten Wege eine Crowd-Logistik wie unsere kann natürlich Abhilfe schaffen. Wenn äh die Bürgerinnen und Bürger sich zusammentun. Hierbei ist eben aber die ja die Verbreitung so einer Plattform, wo noch die Akzeptanz wichtig, die eben auch seine Zeit braucht. Ähm ja, leider beobachten wir, wie auch vorhin schon gesagt, dass viele dann doch den weiten Weg zum Discounter machen und alles in einem Rutsch einkaufen. Wir sehen aber eine große Chance, vor allem wenn man Stadt und Land miteinander verknüpft mit unserem Beispiel teilweise auch, dass wir dass die Lebensmittel der Anbieter aus dem ländlichen Raum in der Stadt auch verkauft werden, bis dann die Akzeptanz im ländlichen Raum auch höher ist für digitale Lösungen wie diese und ja wir haben gemerkt, dass auch in Städten vor allem die Early Adapters sind, also diejenigen, die zum ersten Mal so einen Lieferdienst ausprobieren und deswegen geht es unserer Meinung nach wirklich Hand in Hand auch äh mit Stadt und Land. Ja und Kommunen spielen eben eine sehr wichtige Rolle so eine digitale Lösung voranzubringen und auch eine Art oder auch solche Logistiksysteme mit wirtschaftlichen Partnern zusammen auch aufzubauen.

[Felix Schmitt] Jetzt frage ich mich ähm jetzt mal um um Richtung Ende auch äh zu kommen
eigentlich noch eine Sache wie sollten denn Kommunen am besten vorgehen, wenn sie sagen okay wir wir erkennen den Bedarf bei uns ähm wir können’s wahrscheinlich nicht selber machen, aber was was wie können Kommunen denn ein paar erste kleine Schritte gehen damit dann vielleicht sich irgendjemand findet, der so einen Markt vor Ort auch aufbaut, um vor Ort die Lebensqualität im entsprechend dann auch wieder ähm wieder hochzuhalten. Was können denn da sinnvolle erste Schritte sein, die ein Landkreis äh eine Kommune oder vielleicht auch ein äh ein paar Nachbarkommunen gemeinsam dann vielleicht auch gehen können?

[Marko Jeftic] Ja. Ähm wie vor uns schon erwähnt ähm die Erfolgsfaktoren, die sehr wichtig sind, also ein gutes Angebot zu haben ein Logistikpartner zu haben, äh einen Marktplatzbetreiber, der sich Gedanken zu einem sinnvollen Use Case macht, also wie die Frühstückslieferung. Ähm das sind alles äh Punkte, äh das sind alles Themen, die man miteinander verknüpfen muss ähm und ja, wichtig ist zuerst ja einen Marktplatzbetreiber zu finden, einen potenziellen, der so einen Marktplatz aufbauen will und sich auch Gedanken zu technischen Lösungen zu machen, ob man eben selbst äh eine Art Lösung entwickelt oder etwas bestehendes schon nutzt, wie bei uns, bei Marktplatz. Ähm ja, wir haben wir sind im Gespräch mit sehr, sehr vielen Kommunen die sich auch diese Frage gestellt haben und ja es läuft dann eben immer so ab, dass wir den halt, dass wir den Kommunen sagen, dass sie eben diese äh verschiedenen Bausteine ähm zusammentragen müssen. Und ähm das geht ja das das können die Kommunen denke ich am besten, weil sie auch ihre Unternehmen vor Ort kennen und ja so kann das Ganze zum Laufen gebracht werden.

[Felix Schmitt] Alles klar, dann vielen Dank dafür. Ich bin sehr gespannt, wie sich das ähm in den nächsten Monaten einmal bei Ihnen, aber auch ganz generell ähm in Deutschland auch weiterentwickelt. Ich weiß, dass viele Kommunen das natürlich auch richtig sehr eng auch verfolgen äh solche solche Projekte und drücke Ihnen die Daumen, dass da noch einiges auch ähm zustande kommt und äh möglichst viele Menschen dann auch aufm ländlichen Raum ähm möglichst einfach dann auch an ihre Lebensmittel oder auch andere Produkte herankommen. Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg. 

[Marko Jeftic] Dankeschön, hat mich sehr gefreut.

[Felix Schmitt] So, das war’s für heute. Ich würde mich freuen, wenn du auch beim nächsten Mal wieder mit dabei bist. Bis dahin, dein Felix Schmitt.