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Podcast Folge 17: Sabine Griebsch – die externe CDO im Landkreis Anhalt-Bitterfeld

Für viele Kommunalverwaltungen ist es eine Herausforderungen, das passende Personal für die Gestaltung der digitalen Transformation zu gewinnen. Das hat nicht nur etwas mit den Besoldungsmöglichkeiten des öffentlichen Dienstes zu tun, sondern oft auch mit der sehr breiten Anforderungspalette, denen sich Verwaltungen gegenüber sehen. Viele Verwaltungen gehen daher den Weg der internen Weiterbildung und ziehen Mitarbeiter*innen auf Stabsstellen oder Beauftragtenstellen hoch. Andere schauen in ihren lokalen Netzwerken, in Wirtschaft oder Forschung, wo sie geeignete Kandidat*innen finden, die möglichst viele der Anforderungen abdecken können. Das hatte auch der Landkreis Anhalt-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt getan. Aber in zwei Ausschreibungsrunden niemanden gefunden, der auf die ausgeschrieben Stelle des Chief Digital Officers, kurz CDO, der Landkreisverwaltung passte. Sie haben daraufhin die Stelle extern an Sabine Griebsch vergeben. Sie soll nun in der Kreisverwaltung das OZG umsetzen und die digitalen Transformation gestalten. Aktuell ist sie in der Halbzeit ihrer Beauftragung und Interview-Gast in dieser Episode.

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Transcript

[Felix Schmitt] Herzlich willkommen zu Folge siebzehn meines Podcasts zur kommunalen Digitalisierung. Mein Name ist Felix Schmitt, ich bin dein Moderator und Begleiter auf dem Weg in die kommunale Digitalisierung. Für viele Kommunalverwaltungen ist es eine echte Herausforderung, das passende Personal für die Gestaltung der digitalen Transformation zu gewinnen. Das hat nicht nur etwas mit den Besoldungsmöglichkeiten des öffentlichen Dienstes zu tun, sondern oft auch an der sehr breiten Anforderungspalette, den sich Verwaltung gegenübersehen. Viele Verwaltungen gehen daher den Weg der intern Weiterbildung und ziehen Mitarbeiterinnen auf Stabsstellen oder beauftragten Stellen hoch, Andere schauen in ihren lokalen Netzwerken, in Wirtschaft oder Forschung, wo sie geeignete Kandidaten, Kandidaten finden, die möglichst viele der Anforderungen auch abdecken können. Das hatte auch der Landkreis Anhalt Bitterfeld in Sachsen-Anhalt getan. Aber in zwei Ausschreibungsrunden niemanden gefunden, der auf die ausgeschriebene Stelle des Chief Digital Officers, kurz CDO, der Landkreisverwaltung passte. Sie haben daraufhin die Stelle extern an Sabine Griebsch vergeben. Sie soll innerhalb von drei Jahren in der Kreisverwaltung das Online-Zugangsgesetz umsetzen und die digitale Transformation gestalten. Aktuell ist sie in der Halbzeit ihrer Beauftragung und heute mein Interviewgast. Hallo Sabine Griebsch, ich grüße dich.

[Sabine Griebsch] Hallo.

[Felix Schmitt] Hallo Sabine. Ähm die kommunale Digitalisierung wird in Verwaltung ja ganz unterschiedlich organisiert. Verantwortlich sind mal CDOs, mal sind es Digitalisierungsbeauftragte mal Beauftragte oder ganz spezielle Stabsstelleninhaber*innen  viele haben dabei einen IT-Hintergrund. Manche kommen ausm Prozessmanagement. Äh und wieder andere aus der Wirtschaft oder sogar auch aus der Forschung. Manche CDO-Positionen sind dann sogar auch ehrenamtlich, kenne ich jetzt hier zum Beispiel aus Kaiserslautern bei uns in der Ecke. Andere sind hochdotiert und wieder andere wurden aus der Mitarbeiterschaft hochgezogen, aber eine externe CDO in einem Landkreis, das war mir bis vor Kurzem völlig neu. Wie ist es denn dazu gekommen?

[Sabine Griebsch] Äh das ist tatsächlich auch hier ganz neu ähm als CDO ist man so eine Art zentrale Figur bei der Gestaltung so der Transformation der Verwaltung. Das ist mitunter sehr mit Schwierigkeiten behaftet und äh durch das Arbeitet man in einer Schnittstelle zwischen Strategie und Unternehmensentwicklung, Marketing und Technologie, das ist natürlich in der Form auch nie so in einer Person vorhanden gewesen. Ähm man arbeitet sehr stark mit der Unternehmensführung zusammen. Das ist was die Hierarchie, was die Strukturen in der öffentlichen Verwaltung betrifft auch sehr sehr neu und äh man ist natürlich in dem Moment Stratege, Impulsgeber äh wirkt aktiv an der Durchführung der Maßnahmen mit, auch das äh ist in der Form doch recht ungewöhnlich für eine Landkreisverwaltung. Äh abgesehen davon, der viele Kontakt, der intensive Kontakt mit allen Amtsleitern, mit den Dezernenten direkt, ähm ist durchaus neu, Ja. Also es kann tatsächlich dazu, dass ähm die Stelle nicht besetzt werden konnte in zwei Runden äh konnte die nicht besetzt werden und ähm die das bedeutet, die Rekrutierung aus den eigenen Reihen war tatsächlich damals nicht möglich und gerade auch wenn man bedenkt, dass man die Ausarbeitung der Digital- und Datenstrategie zu irgendwo zu zu ähm zu bewerkstelligen hat und dann weitreichende Kenntnisse, digitaler Ökosysteme braucht, das war einfach aus dem aus dem Innern der Verwaltung nicht möglich. Ähm hier ist es so, dass die EDV so heißt sie bei uns, ja, das Wort ist auch ein bisschen aus der Welt gefallen, ähm nur exekutiv tätig war. Das heißt, sich irgendwann auch nur in in dem Umgang mit den anderen Ämtern, auch mit dem eigenen Amt nur noch als exekutive begriffen hat und in der Konstellation eben angegliedert ans Amt für Organisation, Personal und EDV ähm auch oft der der Situation ausgesetzt war, dass hier der Rotstift angesetzt wurde und äh sie eigentlich wenig Möglichkeiten hatten für ihre Bedarfe oder für die Bedarfe der Verwaltung einzustehen. Äh das hat nicht so gut funktioniert und insofern hat man oder hat nicht Mann, sondern der Landrat schon den Impuls von außen gesucht, alleine um in Verhandlungen, auch intern im Haus oder mit der Politik, also mit dem Kreistag durchaus mehr also schlagkräftiger zu sein mit der externen Besetzung hatte man auch gewollt, dass man so eine Art Übersetzer hat und einen so einen Treiber ins Haus holt. Der Vorteil sagen wir es mal so, also hätte man jetzt den Vorteil des internen Netzwerkes gesucht äh hätte man nicht die Möglichkeit gehabt, die Themen in der Form voranzutreiben, wie sie jetzt vorangetrieben werden können. Das heißt also, wenn man die Kolleginnen und Kollegen über Jahre kennt, äh hat man durchaus das vertrauensvolle Verhältnis, aber man hat jetzt nicht so die Möglichkeit, in die anderen Ämter, in die Sachgebiete einzugreifen und Prozesse umzuschubsen. Also das ist einfach die Frage, wie weit oder wie lange man schon in die Verwaltung reingewachsen ist, wie sehr man die Leute kennt und aus welchem, aus welchen Abteilungen man vielleicht selber kam und ähm tatsächlich müssen die Ämter in Sachgebiete durch eine externe erstmal für sich gewonnen werden. Das habe ich versucht im ersten Jahr schon zu bewerkstelligen. Klar, man hat keine, keine Befugnisse, keine  Weisungs, also keine Weisungsbefugnisse in erster Linie, keine Unterschriftsbefugnisse, aber tatsächlich ist der Blick von außen ähm doch so, dass er dass er auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung doch einwirkt und eben auch äh wenn es immer wieder in der Zeitung steht mit irgendwelchen kleinen Erfolgsprojekten, einen kleinen Erfolgsgeschichten, dann äh überzeugt man schon auch seiner seiner Skeptiker und Fakt ist, die Stelle konnte in zwei Ausschreibungsrunden, wie gesagt, nicht besetzt werden, weil niemand, der die Anforderungen der Tätigkeit kennt in der Konstellation als Anhängsel des Amtes für Organisation Personal und EGV hätte arbeiten wollen. Also wenn man als CDU normalerweise so eine führende Rolle übernimmt, also eine Rolle innerhalb der Leitungsebene Entscheidungen trifft und äh eben mit allen Ebenen der Organisation kommuniziert, arbeitet so ein CDO am besten als Stabstelle. Das konnte tatsächlich umgesetzt werden. Bedeutet aber auch, dass man immer so so ein Vetorecht bei der Arbeit der Organisation des Personalamtes hat, was mitunter für Widerstände sorgt. Also da muss man dann auch durchaus sehr äh auch als externer vor allem sehr ja sehr motiviert sein und ähm dann ist eigentlich die die Variante, eine externe CDO einzusetzen durchaus nachvollziehbar.

[Felix Schmitt] Da hast du jetzt ja schon eine ganze Menge auch da drüber ähm berichtet, wie es da dazu auch bei euch gekommen ist und und was für Vorteile vielleicht aber auch was für Nachteile. Es bringt ähm ich will das vielleicht mal ein bisschen mit dir zusammen auch aufschlüsseln. Ähm du hast ganz am Anfang gesagt, eigentlich war das gar nicht so der der strategische Plan des Landkreises, dass jetzt extern zu besetzen ist, war ja eher aus der Not heraus geboren. Das heißt, er hatte zwei Ausschreibungsrunden, in denen ähm eine Einstellung nicht funktioniert hatte. Was waren denn die Anforderungen, die damals vom Landkreis auch gestellt wurden, die dazu geführt haben, dass sich entweder niemand oder die Falschen darauf beworben hatten?

[Sabine Griebsch] Na die Anforderungen sind durchaus äh so, dass es der Background in den Verwaltungswissenschaften ist. Das ist auch äh natürlich die das Verständnis für die digitalen Themen, also Fokus auf E-Government, Fokus auf die neuen Herausforderungen durch OZG, durch E-Rechnung und so weiter also Portale, Plattformen, natürlich auch die das Verständnis, dass man eben auch mit anderen kommunizieren muss, also auch mit den Anspruchsgruppen. Es waren die Anforderungen des Projektmanagements und der Projektleitung. Damals war es auch noch, also in der Stellenausschreibung war’s das IT Controlling, was für mich nicht attraktiv war, dann das breite Fachwissen und Verständnis digitaler Ökosystem mit Technologien, Kommunikation, Marketing, das war halt in der Form einfach nicht abbildbar, also das war in der Form einfach nicht von ähm feste Stelle sozusagen attraktiv und äh gerade mit dieser Bandbreite Open Data Open Government Thema äh Data hier Datenverständnis, Plattformen, IOT, ähm. Das ist schwierig zu finden, wenn man jemanden an einer Stelle fest äh binden möchte.

[Felix Schmitt] Und sehe ich das richtig, dass das jetzt weiterhin Provisorium ist, was jetzt sobald der Landkreis irgendjemanden gefunden hat, ähm der sich das dann gerne äh dann antut dann diese externe Rolle wieder wegfällt oder ist die jetzt auch erstmal mittelfristig auch so angelegt?

[Sabine Griebsch] Die Frist sind drei Jahre. Die Stelle ist äh für drei Jahre jetzt sozusagen gebunden als externe CDO, hat aber ähm immer die Deadline im Hintergrund, ne? Also das heißt also, die Frage ist, möchte ich das weitermachen? Möchte die Landkreisverwaltung das in der Form weitermachen, dass wird sich auch, glaube ich, in den nächsten im nächsten Jahr irgendwo beantworten müssen, die Frage. Also es ist kein Provisorium, es ist die Entscheidung dafür, das so zu machen und den Impuls jetzt in die Verwaltung in der Form zu setzen von außen und äh dann zu schauen, auf welchem Plateau wir uns befinden und wie wir da in der Form weitermachen wollen oder wie die Landkreisverwaltung dann in der Form weitermachen möchte.

[Felix Schmitt] Aber auch hier noch mal den einen Schritt davor. Also es gab zwei ähm äh zwei missglückte Ausschreibungsrunden. Aber auch dann muss man ja erstmal zu dem Ergebnis kommen, okay, wir machen das jetzt extern, weil das ähm wie gesagt, das ist jetzt nichts, externer CDO, was ich jetzt so kenne, auch da braucht’s ja ähm eine Motivation für. Was waren denn dann die ähm die Beweggründe des Landkreises zu sagen, hey okay, dann liebe Frau Griebsch, dann kommen Sie doch mal her. Gucken wir mal nach einem Vertrag, wie wir das machen. Ähm wie ist es denn ähm dann wirklich dazu gekommen, dass man nicht gesagt hat, machen wir noch eine dritte Runde?

[Sabine Griebsch] Also es sah tatsächlich in den Ausschreibungen oder in den Bewerbungen nicht so aus, als würde die äh Personen gefunden werden, nach der man äh suchte und die die Aufgaben erfüllen könnte, äh wie sie sie zu erfüllen hat. Insofern hatte man auch äh die Überlegung, dass oder was heißt, man muss immer daran überlegen, dass beim OZG einem die Deadline im Nacken sitzt, ne, das heißt also bis Ende 22 muss alles umgesetzt sein, da kann ich nicht anfangen die Stellenbeschreibung umzuschreiben, neu zu gucken, jemanden zu finden, umzuschreiben, neu zu gucken, jemanden zu finden, irgendwann läuft einem die Zeit davon.

[Felix Schmitt] Mhm. Und du hast ja jetzt gerade ein Stichwort auch schon genannt in den drei Jahren, in denen du jetzt ähm amtierst und noch amtieren wirst, ähm gibt’s ja mit dem OZG ein ein ganz, besonders wichtigen und herausragenden ähm äh Zeitpunkt bis zu dem ihr ja auch was gebacken bekommen haben müsst. Darüber hinaus, habt ihr euch noch andere Ziele äh gesetzt für diese Zeit der Zusammenarbeit, jetzt mal abgesehen von Umsetzung des Online-Zugangsgesetzes oder ist das auch wirklich der der Anlass und auch der Grund gewesen, dass man gesagt hat, ähm wir haben jetzt hier eine CDO und das ist ihre Aufgabe.

[Sabine Griebsch] Na die Aufgaben sind in erster Linie Querschnittsaufgaben, also im Zweifel bin ich jetzt äh bei der Planung und im Endeffekt bin ich beschäftigt mit der Planung und der Steuerung der digitalen Transformation der Organisation. Also das heißt auch ähm nicht nur CDO, sondern Sachverständige für die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes und Digitalisierung. Äh insofern bin ich tatsächlich auch äh beschäftigt mit der Entwicklung der grundlegenden Daten, also Digital- und Datenstrategie und äh deren Einbindung in die bestehenden Strukturen. Das umfasst eben auch die die Erfassung der Anforderungen der Anspruchsgruppen. Das ist äh sehr viel im ersten Jahr passiert. Klar auch unter Pandemiebedingungen. Was oder ist es jederzeit die Koordinierung der einzelnen Digitalisierungsbestrebungen weil tatsächlich kommen auch die Ansprüche aus dem eigenen Haus, aus den eigenen Ämtern. Die Umsetzung und äh die Weiterentwicklung, aber auch so eben die Implementierung mit den Ämtern. CDO muss man sich immer überlegen, so es wirkt nach innen und es wirkt nach außen, also insofern, ich bin auch für die regionale Digitalstrategie zuständig wurde auch von meinem Amt 80 für also Amt für Wirtschaftsentwicklung Marketing und ÖPNV. Gefragt an der an der Entwicklungsstrategie für Digitalisierung, also für das Themen für den Themenbereich Digitalisierung mitzuwirken, man ist dabei so ein Team aufzubauen und zu positionieren, dass eben die Aufgaben dauerhaft weiter bearbeitet werden können. Der Stellenplan gibt es zwar nicht her, also insofern hat man so eine Art Netzwerkstruktur, wo man mit Mitarbeitern aus der Verwaltung eben kommuniziert, aber eben auch mit extern kommuniziert und äh die als Treiber der Themen dann fungieren. Es gibt die Aufgabe ein Digital-Hub äh zu beantragen, also dort Fördermittel zu beantragen, um eben den Schwerpunkt auf die nachhaltige Anpassung öffentlicher Leistungen zu setzen. Und äh im Endeffekt hat ist man so eine schlanke Organisationseinheit, beziehungsweise sucht sich so ein loses, so irgendwo aus Fachexperten oder aus intern Spezialisten. Wir haben jemanden gefunden, der im Thema künstliche Intelligenz total weit ist, dass eine Masterarbeit geschrieben hat, aber irgendwo ganz versteckt als Sachgebietsleiter der Betreuungsbehörde aktiv ist und äh wir haben eben gesagtes Amt für Wirtschaftsentwicklung, wir haben ein Eigenbetrieb für die Wirtschaftsförderung, das sind so die Leute, mit denen man arbeitet, ähm. Was nächste Aufgabe ist ganz wichtig, die Entwicklung der neuen digitalen Services und Produkte, also irgendwo ist man dann auch so eine Art äh Innovations- und Technologie-Scout, äh schaut, was woanders geht, trägt das immer wieder in die eigene äh Verwaltung, um ein besseres Kundenerlebnis dann zu ermöglichen zu erkunden, das sind Bürgerinnen und Bürger oder überhaupt ein digitales Kundenerlebnis zu schaffen, was wir ja tatsächlich mit dem OZG jetzt auch umsetzen und ähm das natürlich auch immer mit dem Blick auf die Nutzerorientierung, äh die Wahrnehmbarkeit der Landkreisverwaltung klar, man spricht über seine Erfolge auch sehr niedrigschwellig die positiven, also empfundenen Berührungspunkte. Für mich war immer klar, dass ich einfach so ein regionales Serviceportal aufbaue, sondern sich eigentlich möchte, dass so nahtloser Übergang in das Alltagsleben, so der der Bürger äh stattfindet und das heißt also, wenn hier jemand herzieht, dass er bei der Wohnungsgesellschaft steht, also dass ich im Endeffekt als Landkreisverwaltung auch mit meinen mit den mit den Eigenbetrieben oder mit äh kommunalen Beteiligungen arbeite, dass ähm von mir aus, wenn jemand hierher zieht, seinen äh Mietvertrag unterschreibt und dann tatsächlich die ganzen OZG-Leistungen, die da dranhängen, Hundanmelden, Kind anmelden, ähm überhaupt anmelden in der Stadt äh Müllmarken anmelden, dass sowas im Endeffekt an einem Tablet gleich alles miterledigt werden kann und das möglichst niedrigschwellig, möglichst ohne diesen diese nervige Situation, ah jetzt muss ich zum Amt. So, das davon möchte ich die Leute entlasten. So und insofern äh ist da einfach die die Überlegung, äh wie man die neuen Services dann eben auch unter die Leute bringt und neue Touchpoints dann auch schafft. Und äh wichtig ist natürlich auch die digitale Transformation zu kommunizieren, also man vernetzt die innerhalb der Verwaltung, aber auch mit den Akteuren außerhalb, also eben die Leute in der Verwaltung mit den aktuellen außerhalb so äh zu vernetzen und eben auch mit so einer digitalaffin Zivilgesellschaft die einzufangen für den Landkreis zu nutzen und eben auch wirklich von Nutzen zu sein, indem ich in Daten bereitstelle äh an gemeinsamen Herausforderungen arbeite, die sich auch aus der Politik, im Kreistag, in den Ausschüssen und so weiter immer wieder ergeben und äh diese Dinge ganz einfach mal angehen kann mit den Menschen. Ansonsten digitale Transformation für den Rest der Organisation erlebbar machen. Klar, äh erlebbar begreifbar und dann natürlich auch nachvollziehbar zu machen, ist die Akzeptanz dann herrscht ähm. Was gibt’s noch Digitalisierung und ihre Auswirkung auf jeden Mitarbeiter? Klar, das muss konkret erklärt werden. Ich habe ähm im Endeffekt so eine Art um meine Arbeit natürlich auch transparent zu machen und den Leuten, die Angst vor den neuen Themen zu nehmen, äh so eine Art Dashboard geschaffen, sodass die Schauen können, in welchem also wo befinden wir uns gerade im Prozess, was kommt als nächstes, wie sieht der Zeitplan aus und wann äh hat mein Amt die äh möglicherweise die die Möglichkeiten jetzt pandemiebedingt ist mein Gesundheitsamt komplett natürlich ausgefallen, ja? Also nicht ausgefallen, die machen ihre Arbeit, die machen ihre Kernaufgaben. Die können jetzt nicht anfangen zu gucken, was haben wir jetzt denn für OCG Leistung? Das heißt also, die können sich dann schon so einordnen in den großen wann äh wann sie die Ressourcen haben, einfach mitzuarbeiten und ich glaube, so findet man einfach oder so fängt man dann die Leute ein und so fängt man die Mitarbeiter ein und so kann man glaube ich auch eine gute Arbeit machen. Also wichtig ist, dass man eben begreift, dass das CDO, dass die Aufgaben, die Kernaufgaben des CDO äh des Mannes Treiber der Themen man äh kommuniziert, man greift tief in die Verwaltungsabläufe ein, man hat. Veröffentlichungszyklen und äh man macht vor allem immer wieder die Potenziale sichtbar.

[Felix Schmitt] Mhm, also ich nehme jetzt mal mit, langweilig wird der nicht werden? Ähm aber ich frage mich natürlich äh an an der Stelle, du bist, wenn du kein kein originärer Teil der Verwaltung ähm hier bist. Wie wirkst du denn dann real in diese Verwaltungsprozesse hinein, also ist das eine rein moderativer Charakter, den ich mir hier vorstelle und die Entscheidungen werden dann wieder von anderen ähm äh getroffen oder wie bist du in in der Kreisverwaltung ähm in in dieser Behördenstruktur verortet?

[Sabine Griebsch] Ähm verortet bin ich in der Struktur sehr nahe beim Landrat, das heißt ursprünglich war ich zugeordnet dem Amt für Organisation, Personal und EDV. Äh ging nicht lange gut, weil man sich eben also weil die Kontrolle durch dieses Amt äh tatsächlich tief in eine ähm, in die Freiheit sozusagen, also in die Veränderung oder in den Veränderungswillen, den Veränderungsprozess der angestoßen werden musste eingegriffen hat und äh das war nach drei Monaten beendet, dieses kleine Experiment. Das heißt, ich bin jetzt sehr glücklich im Amt für zentrale Steuerung und Recht. Und äh führte tatsächlich auch dazu, dass äh ich also mein Amtsleiter ist gleichzeitig auch die persönliche Referent des Landrates, also und unabhängig davon ist das Wichtigste, dass ein absolutes Vertrauen eben zum Hauptverwaltungsbeamten besteht. Damit steht und fällt der Erfolg eines CDO und ähm, weiß, dass er in mir eine neutrale Betrachterin seiner Verwaltung hat. Und äh im Grunde eine gute Beraterin, also er braucht keine ähm keine Unternehmens oder keine keine Geschäftsanalyse, das ist einfach oder keine Organisationsuntersuchung, Organisationsuntersuchung, weil einfach äh der Blick von außen permanent da ist. Ich bin Ansprechpartnerin auch für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ich denke, das muss auch so sein, einfach ähm weil die äh nicht nur die die Mitarbeiter überzeugt werden müssen permanent. Ich hab’s ja schon länger ausgeführt, ne, aber nicht nur die Mitarbeiter äh permanent überzeugt werden müssen, weil ja auch also im Endeffekt muss auch der Kreistag und äh die Ausschüsse immer wieder von der Strategie und von dem einzelnen Vorhaben überzeugt werden. Das betrifft wenn ich mit jeder Haushaltsdiskussion Gelder für, einstellen muss, äh dann muss ich überzeugen, das äh führt aber auch dazu, dass ich ähm, Mitarbeiter jederzeit mitnehmen muss. Also die das braucht das braucht einfach Zeit diese Veränderung und ähm die Ängste als Landkreis dazustehen, zu sagen, wir sind jetzt in die falsche Richtung gegangen, dass äh ist einfach das, man muss es erklären, man muss zeigen auch andere Landkreise sind diesen Weg gegangen. Auch das ist die, dass es beispielsweise die Strategie des Landes. Wir sind auf dem richtigen Weg. So, ne? Das ist also diese Unsicherheit ähm einer aus einer Situation heraus, wo diese Menschen gar nicht so oder diese Mitarbeiter oder Kreistagsmitglieder gar nicht so tief in den Themen stecken. Man muss es einfach immer wieder erklären so und das ist einfach so ein Vertrauensverhältnis, das über über die Zeit wächst und das eben auch mit den Erfolgen wächst und ähm was natürlich sinnvoll oder immer wichtig ist, ist eben, dass ich äh auch in der Form die Konflikte für die Kollegen ausfechten kann, ne, also gerade auch so zeitlich kritische Situationen, äh dass man da mal einspringt und man merkt auch sehr schnell, dass die Dankbarkeit da enorm ist, also gerade was jetzt das Gesundheitsamt betrifft, haben jetzt Gelder bekommen, hatten aber tatsächlich gar nicht die Möglichkeit diese diese Gelder auszugeben und ich weiß nicht, wie ein Landkreis dann am Ende dastehen, sondern sagen so ja ähm sorry, danke für die Fördermittel äh in der Pandemie läuft lief äh möglicherweise vieles schief. Wir waren äh natürlich komplett ausgelastet, aber das Geld haben wir auch nicht gebraucht. So das ist natürlich schwierig und dann ist es halt wichtig in diesen Momenten da zu sein und zu sagen, so okay, dann entlaste ich euch jetzt von dieser Situation und sobald die Ressourcen da sind, geht’s weiter. So und in. Natürlich ist es dann eben auch äh die Bewältigung der zahlreichen Herausforderungen. Also das heißt also als Externer hat man die Möglichkeit Verhandlungen ganz anders zu führen, also und einmal vor dem Hintergedanken, wir leisten uns die Frau ja nicht grundlos. Auf der anderen Seite, äh wenn man über die die jahrelange, Hinführung zu Problemen, zu kommunikativen Problemen gar nicht mitgemacht hat, dann hat man auch keine Lust auf äh lange Diskussionen möglicherweise mit Dienstleistern. Das heißt also man kann das sehr schnell kürzen auch äh die digitale Transformation, also ne? Man hat jetzt sozusagen, also es gibt ein Gesicht dafür, man es gibt auch jemanden, den man dafür verantwortlich machen kann, wenn es scheitert, dass wir das nicht aber ähm der digitale Wandel sozusagen hat ähm, jetzt einen Ansprechpartner und jemanden, dem man die Frage stellen kann. Und äh im Zweifel hat man dann eben auch neue Arbeits- und Projektmethoden, die Leute erstmal neugierig machen, aber eben auch ähm die sehr offen und transparent äh kommunizieren, was gerade wenn gemacht wird. Das war, wie gesagt, besagt, das Dashboard. Und äh dass eben auch die Verwaltungsführung für die Kreistagsmitglieder und eben auch für die Ämter als äh hierzu äh sozusagen erreichbar ist. Und ähm als Externer hat man natürlich auch die Möglichkeit, also man findet sehr schnell die Koalition der Willigen, ne? Das sind besagte Mitarbeiter, das sind auch die Mitarbeiter, die davon gehört haben so ich hab’s am in der ersten Woche, ich muss jetzt sagen ich hab’s in der ersten Woche im Internet kommuniziert, es gibt mich jetzt, das sind die Themen, das ist der Zeitplan und äh der Zeitplan war natürlich so der gleiche, der im EVBIT-Vertrag festgelegt wurde. Das heißt also, das ist eine ganz klare Linie gewesen, mit der ich mich auch habe auf diesen Auftrag. So und dann gab’s sehr schnell die ersten Mitarbeiter, das waren teilweise ganz äh junge äh kleine so ganz junge Sachbearbeiter, die die Lust hatten äh ihren Prozess endlich so zu gestalten, wie es eigentlich. Von anderen, von anderen Behörden gelernt haben oder wie sie denken, dass sie arbeiten möchten als Digital Natives. Und die haben äh tatsächlich sehr früh Kontakt aufgenommen und ähm. Gleiches gilt für die für die Kollegen in Fachämtern, die sich weitergebildet haben und die eben einfach einen Schritt weitergehen wollten und äh dann redet man über die aktuellen Aufgaben und äh dann finden auch plötzlich die Kollegen untereinander, dann gibt’s halt auch man kann es sich leisten tatsächlich ähm mal andere Wege zu gehen, also äh neue Strukturen zu schaffen und ich habe das glaube ich ganz gut mit der digitalen Mittagspause abgebildet, äh wo einfach so Mitarbeiter entspannt zusammenkommen, sich austauschen und ähm auch auch Möglichkeiten, eine Veränderung in ihren Arbeiten oder neu Dinge, die schon immer genervt haben äh Auto anmelden, also nicht Auto anmelden als OTG Leistung, sondern ähm hier im Fuhrpark ein Auto zu beantragen oder äh Homeoffice-Tage einzuschreiben oder sowas. Das Problem, was in jedem Amt vorherrscht, äh dann tatsächlich auch mal gemeinsam umzusetzen und gemeinsam zu überlegen, wie kann man das machen. Also auch äh die ganze die ganze Dokumentation oder beziehungsweise das Fördermittelmanagement dieses Problem hat jedes Amt und die kommen jetzt endlich mal zusammen und finden zusammen und äh können dann auch mit mir zusammen äh Lösungen schaffen. Also das hat man möglicherweise auch mit einem internen CDO, mit einem externen CDO, ist glaube ich die Hemmschwelle geringer, äh denjenigen anzusprechen. So und dann ist natürlich auch mal schön, dass man als Externe die Erfolge durchaus auch stolz in den eigenen Netzwerken kommuniziert und somit auf den Landkreis aufmerksam macht und je mehr Beiträge dort entstehen, umso glücklicher ist äh die Verwaltungsführung und es sorgt möglicherweise auch für Nachfolger.

[Felix Schmitt] Äh dann an dieser Stelle herzliche Grüße an die Landkreisverwaltung Anhalt Bitterfeld. Aber ist natürlich Digitalisierung äh grad im kommunalen Bereich. Ähm spread the Word, redet da drüber, was ihr macht, ist unglaublich wichtig, weil ihr grade ja auch an an vielen Stellen ähnliche Sachen ablaufen, aber so dieses, was man sich ja immer verspricht, ähm von anderen zu lernen Netzwerke zu bilden und ähm vielleicht auch gemeinsam etwas anzugehen ja trotzdem noch nicht so in dieser Tiefe ja auch funktioniert und ähm. Deswegen freut’s mich ja auch, dass wir grade mal über so ein so ein Modell sprechen, was eben grade auch nicht ähm alltäglich ist an der Stelle und wenn du gestattest, vielleicht noch eine allerletzte Frage z dieser Konstellation, äh die ihr habt bevor wir dann auch noch über ein paar äh paar inhaltliche ähm äh Sachen hier sprechen, die du auch schon schon angedeutet hast. Ähm wie ist denn wie ist denn dein Verhältnis zu eurem Landrat. Auf der einen Seite und zu den Mitarbeitern in der Verwaltung auf der anderen Seite. Ähm ist es äh also braucht es, diese starke äh braucht es den den Landrat als starken Verfechter deiner Position ähm und und ihr lauft da grundsätzlich auch immer ähm paralleloder hat’s da ein anderes Verhältnis zwischen euch beiden?

[Sabine Griebsch] Das Wichtigste ist natürlich, dass man ein vertrauensvolles Verhältnis in erster Linie zum Landrat hat, in erster Linie äh natürlich auch vor dem Hintergrund, dass wenn äh es kritische Situationen gibt, der Landrat als letzter entscheidet. Äh wir haben das mitunter in Situationen, was denen, was den Personalrat betrifft. Wir haben das in Situationen, äh was das Personalamt betrifft, äh das geht um um die Diskussion zu Haushaltsmitteln und so weiter. Also es geht aber auch darum, dass sich der Landrat äh letztlich hinstellt und die ähm die Aktion, die Vorhaben natürlich auch in der Presse kommuniziert und kommunizieren möchte. Das heißt ähm, dass wir als Landkreis schon ähm wenn wir Bürger einbinden und wenn wir äh versuchen innerhalb von Strategien Wirtschaft einzubinden, Themen zu treiben, Bürger äh für für den Landkreisverwaltung ja durchaus auch zu gewinnen, dann muss da ein Landrat dahinter stehen, der A einfach Lust auf das Thema hat und B natürlich auch das Vertrauen hat, dass es funktioniert. Weil letztlich ist es ist macht er sich angreifbar mit Das sind keine Experimente, die hier passieren mit der Digitalisierung. Das ist auch keine keine Verschwendung von Steuergeld, aber es ist halt äh eine Sache, die durchaus eine relevante Summe betrifft im Haushalt. Und da ist es absolut wichtig, dass der dass der Landrat da dahintersteht. Das Gleiche äh betrifft die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieses äh Vertrauen zu einem zu kommen und zu sagen, ich äh dieser dieser Prozess äh kann abgekürzt werden oder dieser Prozess. Also ich meine, im Endeffekt äh werden die die Angestellten. Die modellieren ihre Prozesse, sie verändern ihr ihr Tagesgeschehen, ihren ihren Ablauf, ihren Ablauf komplett, den sie, den sie über Jahre sich erarbeitet haben und äh dass das Ganze dann am Ende einen Nutzen hat und äh Sinn ergibt, dass äh müssen die einem schon abkaufen, ne. Also das heißt also dieses Verhältnis zu dem zum sowohl zum Landrat als auch zu den Mitarbeitern, das muss jederzeit offen sein so ne und eben auch äh so sein, dass es verlässlich ist und dass man auch wirklich äh die Bedürfnisse und Ansprüche der Mitarbeiterin auch durchkämpft, ne. Also bedeutet aber auch, dass man sie mitunter vor dem Landrat vertreten muss oder vor den Amtsleitern vor den Dezernenten. Insofern äh ist man jederzeit verlässlicher Partner, also sollte man sein.

[Felix Schmitt] Du hast ähm vorhin auch schon ein bisschen was über OZG. Klar, als einer der großen Fixpunkte erzählt und das interessiert mich jetzt natürlich an der Stelle auch, dass wir jetzt nicht nur über Struktur sprechen, sondern auch ein bisschen über Performance, ähm seid ihr zum 31.12.2022 fertig.

[Sabine Griebsch] Das müssen wir, das steht in meinem Vertrag. Nein, also äh tatsächlich äh ist es so, dass wir ähm drei Jahre Zeit hatten, also ich drei Jahre Zeit habe dafür, also jetzt nach anderthalb Jahre. Ähm was wir gemacht haben oder was ich am Anfang gemacht habe, ist das, was man tun sollte und zwar äh bin ich Stand erfasst. Schaut wo die äh wo die Schnittstellen sind, die Fachanwendungen erfasst und äh dann so eine Art digitale Landschaft daraus erstellt. wir haben uns auch, wenn wir noch kein regionales oder kein Bürger, also kein regionales Serviceportal oder ein Bürgerportal haben, haben wir uns natürlich freiwilliger äh als Freiwillige im Pilot gemeldet. Das heißt also, das ist wichtig, um die Anforderungen daraus abzuleiten äh und ein Leistungsverzeichnis daraus zu erstellen. Die Gelder sind in den Haushalt eingestellt worden. Es ist halt immer auch so ein Zeit ne, das heißt also man kommt an ich kam im Januar an, da waren alle Haushaltsmessen schon gesungen. Das heißt also Iststanderfassung stand sowieso im ersten Jahr im Vordergrund. Dann hatten wir auch noch eine Pandemie, war okay also OCG Leistung aufgenommen, wer macht was, wer ist für, zuständig und äh wann sind zum Beispiel Absprungpunkte zu anderen Behörden beziehungsweise zu über also zu übergeordneten Behörden, zu untergeordneten Behörden oder in andere Ämter. War wichtig, um zu wissen, was ich aufbauen muss. So ähm im Endeffekt baut man jetzt aus diesen Anforderungen, aus diesem Ist-Stand äh das Leistungsverzeichnis, man muss wissen, also im Endeffekt wird jetzt die Struktur geschaffen. Ich weiß, wir haben spät angefangen, aber das hat unter anderem auch den Vorteil, dass damit sehr schnell auch wieder ein Knoten platzt. Was fürs nächste Jahr geplant ist, das ist das was ich jetzt in diesem Jahr im Haushalt geschrieben habe ist was mir aber auch jetzt schon in diesem Jahr äh also bei mir für die Arbeit sorgen wird, einfach das Ganze auch vorzubereiten ist die Einführung der digitalen Poststelle. Es ist vereinzelt, also wir haben die E-Akte aktuell vereinzelt, das erfolgt dann äh der Behörden weiter Einsatz die Konsolidierung aller Archivlösungen. Wir haben aktuell sieben Archivlösungen im Einsatz. Das wäre schön, wenn das wenigstens auf zwei oder drei runtergebrochen werden könnte. Und äh damit einhergehend äh natürlich auch die Modellierung der Verwaltungsprozesse. Das ist das, wo ich jetzt das Vertrauen auch der Mitarbeiter brauche zu sagen: In diese Richtung geht es unter folgenden Umständen und vieles muss äh dann eben auch parallel laufen. Das äh heißt aber nicht, dass es irgendwo chaotisch ist, sondern das heißt, dass ähm, Ämter sich auch gegenseitig äh unterstützen und man sie natürlich auch in die Lage versetzen muss, sich gegenseitig zu unterstützen, indem man beispielsweise das machen wir jetzt, so eine Art interne Moodle-Lernplattform im Intranet haben, wo es eben darum geht, wie modelliere ich meinen Prozess, was äh worauf muss ich achten und wie sieht der optimale digitale Arbeitsplatz aus Bildschirme, Scanner am Arbeitsplatz und so weiter, ne? Also das muss ja ganz auch dann mit bedacht werden. Äh bislang ähm ist es eben auch so, dass wir die ganzen Einzelprojekte so gestaltet haben, dass wir sie anpassen können und dass sie dann eben in 2022 miteinander matchen, also dass sozusagen der Datenfluss dann so richtig in die Gänge kommt und äh der Blick äh führt dann natürlich eben immer auch auf die auf die Angebote vom Land, also das sind so die zentralen Komponenten, die die Einbindung der E-Rechnung, also die ähm des Serviceportal äh die die Prozessmodellierung und was dann die ganzen Themen sind, ich will jetzt gar nicht so weit in die Tiefe gehen, das für 500 sind das Tausendstel und es ist natürlich auch die intensive Zusammenarbeit mit den Kreisangehörigen Städten und Gemeinden, gerade vor dem Hintergrund der Finanzierung und der ewigen Diskussion um die Kreisumlage und eben auch in Anbetracht der Tatsache, dass das IT-Budget bei uns in der Vorreiterposition, aber natürlich auch für alle Gemeinden steigt, wenn keine Abstimmung getroffen werden und ich muss sagen, ich bin äh schon für das nächste Jahr mit einer Million dabei bei einem Budget bei einem Gesamtbudget von aktuell 4,7 Millionen, das ist schon, da werden noch viele Diskussionen geführt werden müssen, aber, dass äh ist eben auch die Aufgabe, das Ganze zu kommunizieren und die Wichtigkeit äh ja hervorzustellen. Insofern, das wird ein Thema für alle Gemeinden.

[Felix Schmitt] Absolut, also habe ich jetzt auch nicht gerade zum ersten Mal gehört, dass es äh dass es da Diskussionen geben wird.

[Sabine Griebsch] Aber die Zusammenarbeit gerade mit den kreisangehörigen Städten und Gemeinden hilft da um eben auch dieses Verständnis zu haben. Dafür, dass es jetzt eben äh das das ist ja auch äh nicht nur für den Landkreis ist, sondern tatsächlich dann auch in der Zusammenarbeit funktioniert und man auch selber dann vorangeht in den Themen

[Felix Schmitt] Habt ihr denn schon ähm Strukturen der der interkommunalen Zusammenarbeit, die so äh solche Sachen heute schon abdecken oder plant ihr das, ähm dass ihr solche Strukturen aufbaut, die so etwas auch dauerhaft ähm äh gewährleisten?

[Sabine Griebsch] Lose, die Ansprechpartner in den äh Kreisangehörigen Städten und Gemeinden kommen direkt zu mir aktuell. Mhm.

[Felix Schmitt] Bin ich mal gespannt, was äh wie das dann vielleicht ja in anderthalb Jahren auch aussieht. Du hast vorhin ein einen sehr interessanten Punkt angesprochen, finde ich ähm es geht ja auch oft dadrum, ähm Stichwort hier unter anderem ja auch Change Management in in Verwaltungen.Transparenz und Offenheit ähm herzustellen wie dieser Prozess abläuft und äh wann was zum Tragen kommt und warum man vielleicht auch vor einer externen CDU noch ähm noch ein paar Wochen seine Ruhe hat. Ähm da hast du hast du vorhin erzählt, du hast so ein so ein Dashboard entwickelt. Ich habe so verstanden, das ist so ein so eine Art interner Prozesskontrolle zur digitalen Transformation. Ist das richtig?

[Sabine Griebsch] Ich muss ganz ehrlich sagen, dass äh Dashboard klingt, ähm also man kann ein wunderbares Dashboard draus machen, indem man äh Sharepoint verwendet und dort einfach in seinen Excel, also seine Excel-Tabellen dort so, dieser ganzen mit diesen ganzen Automatisierungstechniken und so weiter zeigt, wie ach seine Abläufe sozusagen dort ähm transparent gestaltet und sein, Zeitplan dort kommuniziert, also es ist äh in sehr viel besserer Behördenblock.

[Felix Schmitt] Was kann ich mir dadrunter vorstellen?

[Sabine Griebsch] Der Werbeblock ist dann äh tatsächlich so ein ähm die Übersichten, die ich führe, wie viele Verwaltungsleistungen gerade in Bearbeitung sind welche Prozesse modelliert werden und so. Also man kann das durchaus äh sehr gut auch in Form von Diagrammen abbilden und dort anzeigen und äh dann natürlich auch so Meilensteine dort kommunizieren und dann äh eben auch in Form eines Blogs äh abbilden, dann auch die Erfahrung und Erkenntnisse äh zum Beispiel aus open Data Maßnahmen dort ähm. Äh zentral bereitstellen. Also das ist sozusagen das Dashboard, sondern du musst keine Angst haben vor der Digitalisierung in anderen Ämtern funktioniert’s auch.

[Felix Schmitt] Mhm. Und du hast vorhin gesagt, ihr habt keine normalen Mittagspausen? Sondern ihr habt digitale Mittagspausen bei euch. Ähm was verbirgt sich dahinter?

[Sabine Griebsch] Einmal in der Woche einmal in der Woche gibt’s tatsächlich im big blue button. Da kann man sich dann einloggen und ähm das ist auch völlig egal, wie viele Mitarbeiter sich dort einloggen. Ähm wir tauschen uns dann aus mit den Leuten, die da sind und mit den Leuten, die immer da sind und äh das macht sich schon sehr gut, dass die digitale Mittagspause ist tatsächlich ein Link, auf den man sich einloggt und dann die anderen vorfindet, die auch Lust auf die Themen haben.

[Felix Schmitt] Und ihr tauscht euch über die aktuellen Herausforderungen im Amt aus oder geht es auch dadrüber hinaus?

[Sabine Griebsch]  Im Amt, also was man so äh teilweise jetzt an Herausforderungen im Amt hat, gerade wenn teilweise irgendwo Einführung von von Maßnahmen laufen, also von Vorhaben äh aber auch die Mitarbeiter werden ja auch direkt eingeladen zu Digitalisierungsveranstaltungen. Also wenn’s jetzt grade um äh Waffenbehörde oder KFZ-Zulassung oder sonst was, also die haben ja durchaus auch äh ihre eigenen Einladungen, die da an die Sachgebietsleiter gehen und dann äh wird sich dann eben in größerer Runde ausgetauscht, wie sich das in die Hausstrategie dort einfügen kann und könnte und äh ja das ist im Endeffekt der äh ja ein lockerer Austausch. Und ich glaube, ja, ich meine gut, die ganzen Konferenzen laufen ohnehin weiter, ob das jetzt digital packt, Schule und so weiter ist, das ist alles Thema der Strategie und äh insofern ist es gut, dann auch äh den aktuellen Überblick zu behalten.

[Felix Schmitt] Vielleicht zum Abschluss noch eine Frage. Wir haben ja jetzt viel über einmal die Struktur gesprochen, ähm jetzt so ein klitzekleines bisschen ähm höre das über die Art und Weise, wie du auch in der Verwaltung auch arbeitest. Ähm aber was mich auch immer interessiert ist ähm nach welchen Zielen arbeitet ihr denn? Woran richtet ihr euch aus oder anders gefragt: Welche Chancen in der Digitalisierung siehst du denn für deinen Landkreis? Und ihr seid ja in  Anhalt Bitterfeld. Ähm da wusste ich jetzt noch nicht mal für äh auf Google Maps nachgucken, um das ähm auch zu äh zu verifizieren. Ihr seid ja doch eher in ländlich geprägter Landkreis. Was für Chancen siehst du denn da für euren Landkreis? Was was ihr gerade in Bezug zum Beispiel auf die Lebensqualität der Menschen, auch vielleicht auch auf die Wohnqualität, Mobilität, ähm was ihr dort auch aktiv auch beeinflussen könnt.

[Sabine Griebsch] Ja, also äh die Chance sozusagen, also was heißt die Chance, also die Herausforderung, uns erstmal mit den vorhandenen Ressourcen relativ viel aufzuholen, ne? Das heißt also auch ähm wir werden jetzt schauen müssen ähm mit dem neuen Landrat, welche Veränderungen er im Haus wünscht, welche Schwerpunkte er setzt wir haben auch einen neuen Landtag, das heißt neue Richtlinien, neue Schwerpunkte, Findungsphasen, lange Phase der Unsicherheit möglicherweise. Ähm und gerade auch die Impulse aus der Abstimmung der Digital-und Datenstrategie werden jetzt einfach in den in den Chancen der Digitalisierung auch oder beziehungsweise in den Umsetzungswillen, was wir an Projekten fahren möchten, das wird sich da einfach wiederfinden. Also ähm der Landkreis hat ein Recht äh ungewöhnlichen Zuschnitt. Also wir sind eine Sichel, um Dessau herum. Das sorgt auf der einen Seite für weite Wege für die Leute, für die Mitarbeiter. Wir haben äh Außenstellen in jedem Bereich, also das ist Zebst, das ist Köthen, das ist Bitterfeld. Allerdings merken wir auch sehr schnell, dass die Digitalisierung uns äh durch eine kollabive Leistungserstellung näher zusammenbringt. Das heißt also, wir können inzwischen sehr gut miteinander arbeiten, auch wenn die letzte Fähre schon abgelegt hat, äh der Bus nur noch alle zwei Stunden fährt oder das Büro in der Innenstadt weniger attraktiv wird. Also man sagt ähm Digitalisierung oder digitales Arbeiten, dass die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen. Also das ist so das, was mich ähm eigentlich an der an der Entwicklung sozusagen im ländlichen Raum interessiert, nämlich im Grunde ähm dass das Leben im ländlichen Raum eigentlich prädestiniert ist, leben lernen, arbeiten und Konsum zusammenzubringen. Also man hat äh wenig Ablenkungen, man kann Logistik optimieren, man kann tatsächlich auch sehr viel mit dem öffentlichen Personennahverkehr machen, um eben äh die Leute äh durchaus so situationsgerecht oder bedarfsgerecht zu den Orten zu bringen, zu denen sie müssen und zunächst einmal ist die Entwicklung im ländlichen Raum, auch nach einem eigenen Rhythmus, das was einem so, die Möglichkeit gibt, so individuelle Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entwickeln und auch äh aus einer eigenen Motivation heraus zu handeln und äh ja, natürlich muss es ja die passende, richtige äh breitbandige Infrastruktur geben, also dass die Leistungssteller äh oder Leistungshersteller natürlich auch erreichbar sind und das äh mag gerade in Landstrichen die dünnen besiedelt sind und überaltet sind am Anfang völlig befremdlich wirken, aber wir wollen ja auch neue Bürgerinnen und Bürger hier haben und äh das ist eben auch tatsächlich das, was den Nutzen, dann streut, wenn wir mit neuen Ideen und den Menschen sozusagen oder andere oder die jungen Menschen wieder zurückholen, die schon abgewandert sind, hier äh in die ländlichen Räume zu wirken und das Ganze wieder aufzufrischen und wieder mit Leben zu füllen. Also ich hoffe, hier tatsächlich oder ich setze hier tatsächlich auf so digitale Vorreiter und die in der so dafür sorgen dass der Nutzen über so eine Vernetzung weitergetragen wird ähm und dass dieses Gefängnis zwischen äh zwischen Stadt und Land immer weiter abnimmt, ne, sodass wir hier nicht äh Stadt haben, die ist super ausgebaut und danach im Dorf, da ist schon dann nichts mehr. Also wichtig ist dass wir hier nicht mehr so die Unterschiede so stark äh empfinden beziehungsweise auch gar nicht mehr so stark haben und wir haben hier das Glück  Bitterfeld, dass der gesamte Landkreis ähm Teil der Strukturwandelregion ist. Das heißt, äh wenn wir das jetzt nur aus den Bereichen der Digitalisierung sehen, haben ich ähm auch im letzten Jahr in Rechen und ein Innovationszentrum beantragt der GaFT-Park, der ist auch weitergereicht worden. Wir müssen schauen, ob das Ganze jetzt äh auch ähm positiv beschienen wird. Wir haben die die Aufgabe, die Digitalisierung in die Gesellschaft zu bringen und zu verankern, alleine durch diese diese es gab ganz viele Unterarbeitsgruppen dazu, es gibt eine also einen der Landesregierung dann dazu ähm also das Coworking Spaces ist ein Makerspace, das sind die üblichen Themen, es gibt aber auch die Handelsplattform dass ich ähm auch die regionalen Vermarkter, also dass ich diese dies regionalen Produkte distribuieren kann, auch das ist Teil wieder äh der der regionalen Digitalstrategie und äh es schafft eben nicht mehr Arbeitsplätze direkt, also das ist das Wichtige, dass man diese Digitalisierungsprojekte so denkt, dass es nicht nur Arbeitsplätze jetzt direkt schafft, äh sondern auch ähm es ermöglicht dass sich Arbeitsplätze aus dem Nutzen heraus wieder äh schaffen, selbst schaffen und ansonsten bin ich der Meinung, dass wir hier Transformationsprozesse gewohnt sind und die Leute waren in erster Linie Arbeiter, die haben keine Angst vor Technologie und betrachten das ähm, meiner Erfahrung nach immer mit größtem Interesse und äh meines Erachtens spielt eher der Wandel hin zu einer Informations- und Dienstleistungsgesellschaft hier eine gewichtige Rolle. Also das ist ein Querschnittsthemen, der Kit für die Akzeptanz sind also gerade der Digitalisierung, der also der Akzeptanz der Digitalisierung sind und die sind aktuell wenig beleuchtet, also da muss noch ganz viel dazwischen passieren, ganz viel Motivation passieren und äh ich glaube, dass es hier durchaus möglich.

[Felix Schmitt] Also ich merke, ihr nehmt das ähm im bei der Bezeichnung digitale Transformation den Begriff Transformation auch wirklich sehr ernst. Das klingt ja jetzt nicht so, als würdet ihr jetzt ähm viele  Steine äh aufeinander stehen lassen, sondern immer schauen. Ähm was kann man an der Stelle auch äh besser machen. So habe ich’s jetzt zumindest wahrgenommen an dieser Stelle. Will jetzt aber auch zum Schluss nochmal das ganze Thema jetzt vielleicht einmal wieder ein bisschen rund machen. Ähm, Wir haben uns ja heute getroffen, vor allem um diese doch ein bisschen exotische Rolle, dass äh der hauptamtlichen externen CDO eines Landkreises auch zu beleuchten und ich würde gerne von dir vielleicht zum zum Ende noch ähm so eine Empfehlung vielleicht wissen. Für wen könnte das denn in Frage kommen? Also was für wen wäre so so eine Lösung äh vielleicht auch maßgeschneidert und in welchen Situationen käme das ähm vielleicht aus deiner Sicht eher besser nicht zum Zuge? Kannst du dann so so einfache ähm Kategorien bilden, wo du sagst, hey: Das funktioniert bei uns. Ähm bei euch könnte das auch klappen oder andersrum eben auch nicht.

[Sabine Griebsch]  Ich denke, dass es einfach äh wichtig ist für jeden, also nicht nur wichtig, sondern es ist essenziell wichtig äh für für jeden Landkreis, für jede Gemeinde ähm. Alleine um wettbewerbsfähig zu bleiben, diese Stelle zu besetzen und äh die Antwort ist tatsächlich ganz einfach, kann die Stelle intern nicht besetzt werden oder soll sie Haufen neue Impulse von außen mit dazukommen und äh dann besetze ich die Stelle extern. So und äh das ist relativ einfach.

[Felix Schmitt] Alles klar, das klingt wirklich relativ einfach. So, das war’s für heute. Vielen Dank, liebe Sabine Griebsch. Hast du noch Fragen oder willst mehr wissen? Dann schreib mir eine E-Mail an Podcast at FelixSchmitt.de. Ich melde mich bei dir. Ich freue mich auch über deine Themenwünsche. Zu welchem Thema der kommunalen Digitalisierung möchtest du gerne etwas hören? Auch hier gilt, schreib mir eine Mail an Podcast at FelixSchmitt.de Möchtest du mehr über die kommunale Digitalisierung erfahren? Dann kannst du auch meinen Newsletter abonnieren. Hier versorge ich dich immer Freitags mit Tipps und Tricks mit Information und Hintergründen. Ich würde mich freuen, wenn ihr auch bei der nächsten Folge dabei bleibt. Also, den Podcast auch abonniert. Besonders wichtig ist mir dein Feedback, damit ich von Anfang an über das sprechen kann, was dir auch wirklich wichtig ist. Darum freue ich mich über eine Bewertung bei iTunes, Spotify oder wo auch immer du diesen Podcast gerade hörst. Bis zum nächsten Mal, dein Felix Schmitt.