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Podcast Folge 6: Betzdorf Digital

Betzdorf Digital: Wie die Digitalisierung den ländlichen Raum bewegt

Die kommunale Digitalisierung findet nicht nur in den Metropolen statt. Im Gegenteil, manchmal kommt sie gerade in eher ländlich geprägten Regionen voran. Ein Beispiel dafür ist Betzdorf, eine  Kleinstadt im nördlichen Rheinland-Pfalz. Mit viel Elan, einem eigenen Digitalisierungs-Team und dem Mut, einfach mal zu machen, sammeln Stadt und Verbandsgemeinde seit fünf Jahren wertvolle Erfahrungen. Aber nicht nur das: Sie konnten für ihre BürgerInnen auch echten Mehrwert entwickeln. Dazu bei trägt auch das Modellprojekt der Digitalen Dörfer. Aber was umgesetzt wurde, geht weit darüber hinaus.  

Diese Themen bespreche ich mit Sarah Brühl aus dem Projektteam von Betzdorf Digital. Aber wir beginnen mit einem ganz anderen Thema: Minecraft als Mittel der BürgerInnenbeteiligung.

Alle zwei Wochen gibt es eine neue Folge des Podcasts zur Kommunalen Digitalisierung. Die bisherigen Ausgaben und Möglichkeiten den Podcast kostenlos zu abonnieren, gibt es hier. 

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Transkript

[Felix Schmitt] Kommunale Digitalisierung, der Podcast mit Felix Schmitt. Herzlich willkommen zu Folge sechs meines Podcasts zur kommunalen Digitalisierung. Mein Name ist Felix Schmitt, ich bin dein Moderator und Begleiter auf dem Weg in die kommunale Digitalisierung.
Die Digitalisierung findet nicht nur in den großen Städten und Gemeinden statt. Sie kommt auch zum Glück im ländlichen Raum voran
In den letzten Jahren konnten zum Beispiel die Kleinstadt Betzdorf und ihre zugehörige Verbandsgemeinde Betzdorf Gebhardsheim im nördlichen Rheinland-Pfalz einiges auf die Straße bringen.
Mit einem zweiköpfigen Projektteam vor Ort, der Unterstützung durch die digitalen Dörfer und viel Rückenwind aus der Kommunalpolitik konnten viele Projekte umgesetzt werden, die einen direkten.
und positiven Einfluss auf das Leben der Menschen nehmen konnten.
Ein Kopf dieses Projektteams ist Sarah Brühl und sie steht mir heute mit ihren Erfahrungen aus vielen Jahren kommunaler Digitalisierung in Betzdorf Gebhartsheim
zur Verfügung. Hallo Frau Brühl. 
 
[Sarah Brühl] Hallo.
 
[Felix Schmitt] Ähm Frau Brühl, vor ein paar Jahren hatten Sie einige Kinder und Jugendliche ihre Stadt Betzdorf in Minecraft mal nachbauen lassen. 
 
[Sarah Brühl] Ja genau. 
 
[Felix Schmitt] Da dann auch spielerisch so ein paar Ideen entwickeln, wie Betzdorf in ein paar Jahren ähm gerne aussehen sollen würde, also was ihr auch gerne dort erleben wollen und da frage ich mich heute natürlich, ähm was konnten Sie da jetzt auch schon umsetzen? Also besteht Betzdorf, wie es in Minecraft jetzt üblich ist, jetzt hauptsächlich aus Quadern unterschiedlicher Beschaffenheit oder was haben Sie jetzt noch mit den vielen Ideen da gemacht? 
 
[Sarah Brühl] Ja, das ist äh eine gute Idee. Ähm ja viel ähm ist ja wir haben uns viel zu Herzen genommen tatsächlich, was schön war, die Jugendlichen haben äh das auch in unserem Rat vorgestellt. Ähm was ich eine tolle Sache fand, dass es ähm ja da mal Leute oder verschiedene Menschen zusammengekommen sind, die sonst nicht zusammenkommen. Also die Jugendlichen, die normalerweise nicht so viel mit der Politik vielleicht zu tun haben und unsere Ratsmitglieder und ähm. Ja, die Jugendlichen haben vorgestellt, wie sie sich ihre Stadt vorstellen und ich hoffe und denke, dass sich das unsere Ratsmitglieder auch zu Herzen genommen haben in allen weiteren Planungen, die sie machen wollen. Was schön war, war, dass die Jugendlichen ähm unsere Stadt viel grüner gemacht haben. Also die haben überall äh Bäume bepflanzt und äh Blumen und ähm ja es war viel viel also viel, viel weniger Beton. Und das versuchen wir tatsächlich jetzt schon seit längerer Zeit auch die ein bisschen äh Gegend so. Wir können ähm wir haben jetzt zum Beispiel ein Bienenfutterautomat, ähm wo jetzt Bürgerinnen und Bürger sich ähm ja die Samen nehmen können. Und selber bei sich äh zu Hause überall ja die. Blumenwiesen blühen lassen können und auch wir versuchen als Stadt äh auch immer grüner zu werden. Also das ist zum Beispiel so ein Punkt, wo wir schon so ein bisschen äh angefangen haben, aber es ist natürlich noch viel, viel zu tun und ähm auch da ist interessant, dass Mikro. Projekt geht auch noch weiter. Mittlerweile macht das oder machen das die Jugendlichen ähm des CVJM, die basteln daran jetzt weiter an diesen Welten, die einen auch zur Verfügung äh stehen und äh mal gucken, was da noch bei rumkommt und was für Ideen kommen. Es ist für uns halt wirklich total toll zu sehen ähm wenn Jugendlichen in ihrer ja Welt sind oder da, wo sie ähm auch Kompetenzen haben, was sie da für Ideen entwickeln und uns so mitgeben können ähm und dabei zu sein und das immer wieder auch ähm abzurufen und nachzufragen ist halt ein schönes, schönes Mittel. Sind wir da aufm richtigen Weg und äh sind wir da auch aufm Weg, in denen dann Jugendlichen ähm auch gerne leben wollen in der Zukunft. [Felix Schmitt] Kann ich mir das so vorstellen, dass da ähm in den Welten, die sie dann äh auch geschaffen haben, hauptsächlich wirklich auch so umsetzbare Sachen ähm erschienen sind. Wir haben jetzt von viel Grün, von Blumen und so weiter gesprochen oder findet man dann auf einmal auf dem Berg auch eine große Burg. Viele Tunnel sonst etwas also wie gehen die Kinder und Jugendlichen an an so eine Sache auch heran? 
 
[Sarah Brühl] Natürlich sind da auch andere Sachen bei. Unsere Stadthalle wurde zum Beispiel verlegt auf einen Berg das ist jetzt für uns ein bisschen schwieriger umzusetzen, dass wir das schaffen. Ähm wir hatten auch eine Magnetschwebebahn, ähm das ist auch vielleicht ein bisschen schwierig äh der kürzeren Zeit. Nichtsdestotrotz ist es aber interessant also der erste Punkt finde ich schon mal wichtig, dass überhaupt Jugendliche da abgeholt werden und sich überhaupt mit ihrer Stadt auseinandersetzen, ne. Also das finde ich schon mal wichtig und dann zu gucken, man kommt dann schnell auch ins Gespräch und kommt dann auf andere äh Dinge, vielleicht von der Magnetschwebebahn ähm auf äh andere Mobilitätsangebote. Oder was was braucht ihr oder was findet ihr wichtig? Ähm das ist eher so so ein Mittel vielleicht auch zum Zweck und ich glaube, es geht auch nicht dadrum, alles eins zu eins umzusetzen, sondern einfach das man im Gespräch. Bleibt und dass auch die Jugendlichen partizipieren an der Stadtentwicklung und dass wir das auch vielleicht dann immer mal wieder äh spiegeln können, das äh finde ich ganz wichtig. Also alles können wir natürlich die Erwartungshaltung haben wir auch nicht gegeben und die haben sie glaube ich Gott sei Dank auch nicht, dass wir alles umsetzen, was sie in Minecraft gebaut haben. Es geht ja auch dadrum, dass ihr einfach ein bisschen kreativ werden und ähm. Wie gesagt, wichtig finde ich einfach, dass wir da im Austausch bleiben und äh gucken, was sie wichtig finden äh und dass Minecraft oder das Spiel so ein bisschen als diesen ja Mittler irgendwo da haben, um ähm zusammenzuschauen, wie können wir’s hier schöner machen oder besser machen für alle. [Felix Schmitt] Also so wie ich mir das vorstelle, ist das ja ein Projekt der Bürgerinnenbeteiligung Bürgerbeteiligung der klassischen, wie man sie kennt. 
 
[Sarah Brühl] Ja. 
 
[Felix Schmitt] Ähm haben Sie das ähm in dem Bereich Kinder und Jugendliche hauptsächlich gemacht oder haben sie die Erfahrung, die sie da auch gemacht haben, ähm haben sie auch andere ähm Zielgruppen aus Betzdorf, aus der Region auch mal gefragt, was denn Ihnen auch wichtig ist. Was was sind da Erfahrungen, die Sie in dem Bereich gemacht haben? 
 
[Sarah Brühl] Ähm wir haben dieses Projekt Minecraft haben wir mit unserer Jugendpflege zusammen gemacht, mit denen wir sehr viel arbeiten, grade im Bereich Kinder, Jugendliche und auch im Bereich Medienkompetenz äh Medienpädagogik et cetera. Ähm mit denen haben wir das zusammen gemacht. Die haben uns da gut unterstützt und ähm. Ansonsten Bürgerbeteiligung ist sehr, sehr wichtig. Also ich glaube, es gibt nichts Schlimmeres, als wenn wir uns irgendwas ausdenken hier vor Ort. Ähm und stülpen das unseren Bürgerinnen und Bürgern über. Und die sagen dann am Ende, dass es aber das ist nicht das, was wir wollen. Also was wir im Moment auch tun, ist äh Wir haben eine Umfrage gestartet zur lebenswerten Kommune oder lebenswerten Region, so haben wir’s genannt und versuchen da uns ganz ganz viele Impulse von außen zu holen. Am besten ist auch immer einfach, dass man äh mit Bürger. Ins Gespräch kommt, also nicht nur mittels dann eines Fragebogens oder Sonstiges, sondern wirklich face to face sozusagen, dass man mit denen sprechen kann, dass man sich die einlädt zu verschiedenen Themen und dann darüber spricht, was interessiert euch eigentlich oder halt über Ja, vielleicht ganz andere Kanäle. Manchmal, man kennt das vielleicht von sich selber, wenn man dann zu einem Thema ganz konkret befragt wird, weiß man das vielleicht nicht so genau und kommt ins Grübeln und so weiter, aber wenn man das vielleicht beiläufig ähm bei anderen Sachen mal fragt, was hältst du eigentlich davon, wie findest du das, was ist dir wichtig. Das immer mal wieder versucht in den Dialog zu kommen. Ähm das hat sich für uns so rausgestellt, dass das ähm am besten funktioniert. Ähm. Das ist so eigentlich den Weg, den wir versuchen zu gehen.
[Felix Schmitt] Jetzt sind die ganzen Bemühungen, die sie im Bereich Bürgerbeteiligung und Bürgerinnenbeteiligung jetzt schildern für eine Kommune wie Betzdorf, mit etwas über 10.000 Einwohnern ähm eigentlich ein bisschen untypisch. Wie sind Sie denn da drauf gekommen, dass Sie sich einerseits vor ein paar Jahren jetzt so intensiv mit dem Thema Digitalisierung, wo wir auch gleich noch draufkommen, zu sprechen, aber eben auch auf das Thema äh Beteiligungen ähm jetzt so gestürzt haben. Was waren denn damals so die Herausforderungen, die Probleme in Betzdorf, die dazu geführt haben, dass sie jetzt heute in der Stadt so agieren, wie sie’s auch tun Mhm. 
 
[Sarah Brühl] Das ist natürlich auch so ein bisschen entstanden aus unserem Projekt. Sie haben’s schon angesprochen, den digitalen Dörfern, äh weil’s genau da auch um die Bürgerbeteiligung geht, also dass man sozusagen Sachen entwickelt, die für die Bürger sind, also diese Bürgerzentrierung viel mehr in den Mittelpunkt stellt und das haben wir uns dann auch sozusagen mehr zu Herzen genommen und gesagt ähm das ist der richtige Weg, weil alles andere wird äh schwierig funktionieren. Ähm. Unsere Herausforderungen sind so die klassischen, die man so hat, ne. Also Demographie zum Beispiel, also das ist so eine Sache. Der demografische Wandel, der trifft uns jetzt auch schon sehr hart und wird uns auch äh höchstwahrscheinlich immer mehr beschäftigen oder beschäftigt uns schon sehr stark große viel Abwanderung, immer weniger Arbeitsplätze, unser Einzelhandel schrumpft, Freizeitmöglichkeiten werden immer weniger. Das sind nun mal die Herausforderungen, die wir hier haben und grade vielleicht auch typisch für den ländlichen Raum sein können und mit denen müssen wir uns einfach auseinandersetzen und ähm. In der Kommune leben die Menschen, die Menschen machen, die Kommune aus, also muss man auch mit den Menschen ins Gespräch kommen und ähm. Wir machen das ja sozusagen für eine lebenswerte Kommune und die besteht aus den Menschen. Deshalb ist es eigentlich, finde ich, die logische Schlussfolgerung, dass man sich mit den Menschen auseinandersetzt und überlegt, was kann man tun. Jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten natürlich, aber ähm ich glaube im Endeffekt ähm wenn man da zielorientiert rangeht und zusammen versucht hat, was zu machen, ist das immer besser als aneinander vorbei. Also es gibt nichts Schlimmeres, als wenn man sagt, ach die die machen das alles so in ihrem Rathaus vor sich hin und werkeln da rum und ähm ich glaube die Akzeptanz wird auch einfach höher, wenn die Leute sich beteiligen können. [Felix Schmitt] Hm. Die Herausforderung, die sie jetzt geschildert haben, wie zum Beispiel äh Demokratie, Abwanderung, äh schrumpfende Einzelhandel, auch Arbeitsplätze zählen ja vielleicht ein bisschen da rein und alles, was was dieser Rattenschwanz, der da dranhängt, ähm wie können ältere Leute noch am am Sozialleben teilnehmen? Äh dazu gehört dann auch altersgerechte Mobilität zum Beispiel. Das sind ja alles Herausforderungen, äh die es jetzt nicht nur in Betzdorf gibt, sondern in ganz, ganz vielen anderen Kommunen auch, aber wenn ich mich so umgucke. In in so Größenordnungen wie jetzt Betzdorf so klassischerweise reagiert man da drauf jetzt nicht mit. Bürgerbeteiligung und Digitalisierung. Wie sind Sie denn damals so drauf gekommen, dass das jetzt für Betzdorf ein richtiger und ein erfolgsversprechender ähm äh Schwerpunkt sein kann. 
 
[Sarah Brühl] Mhm. Ähm ich sage mal das Thema Digitalisierung steht hier schon länger auf der Agenda, eigentlich schon so seit 2tausendzehn, 211. Ähm wir haben auch Glück, dass das von unserer Hauptspitze sehr stark verfolgt also unser Bürgermeister Bernd Brato ist da sehr sehr stark hinterher, so ein bisschen sein Steckenpferd und er hat das so ein bisschen vorangetrieben. Wir waren da mehr so im technischen Bereich unterwegs, sprich Breitband Versorgung. Ähm aber wir haben dann auch schnell gemerkt oder hat sich schnell gezeigt, dass der soziale Faktor ganz ganz wichtig ist. Also was nützt es, ne, wenn man ganz schnell das Internet hat oder man hat keine Sachen, die man nutzen kann oder die Leute wollen’s nicht nutzen oder wie auch immer. Und ähm ja man kann diese komplexen gesellschaftlichen Themen auch wirklich schwierig äh alleine lösen und ähm. Es ist eigentlich auch immer dieser Blick auf Sie haben zwar gesagt, ne, diese Themen, die gibt’s auch woanders. Ich finde auch, man muss ähm auch nicht alles neu erfinden, man kann sich gute, super Beispiele auch woanders abschauen oder auch interkommunal oder wie auch immer zusammenarbeiten, finde ich einen ganz, ganz wichtigen Punkt, aber man muss trotzdem mal diese regionalen Aspekte sich nochmal angucken, die man vor Ort hat, die dann doch noch mal teilweise an das äh gefärbt sind wie in äh Anderen Orten. Und ähm Ich glaube, uns hat so ein bisschen der Drive gegeben, weil wir’s einfach auch mal ausprobiert haben und weil’s so gut funktioniert hat und äh auch uns das irgendwie sehr motiviert hat, was dabei rumgekommen ist und wie die Leute reagiert haben und wie schön das auch war, zusammenzuwachsen, also auch die Projekt durch die Projekte, die wir haben, dass wir da wirklich ähm Leute gewonnen haben, die mittlerweile Multiplikatoren geworden sind innerhalb der Gesellschaft oder innerhalb der Kommune, äh dass uns das sehr stark motiviert hat, auch da dran äh weiterzumachen. Also dass man nicht diese gewohnten Pfade geht, sondern dass man da gemeinsam was äh ausprobiert und man kriegt ja auch ganz viel zurück, äh so ein Geben und Nehmen. Und äh man sieht auch, dass Dinge vorangehen und das ist so ja. Für uns wirklich irgendwie ein ähm eine schöne ein schöner Weg, den wir äh gehen dürfen und können jetzt.
[Felix Schmitt] Was haben Sie jetzt mal abseits von den von den Problemen, von den Herausforderungen und auch wie sie an dieser Herausforderung herangehen. Was haben sie denn jetzt schon identifiziert? Welchen Mehrwert Sie für die Bürgerinnen und Bürger, für Unternehmen, vielleicht auch für die Verwaltung Ähm in Betzdorf äh auch erreichen können, was für Ziele haben sie sich denn da auch gesetzt? 
 
[Sarah Brühl] Mhm also was wir auf jeden Fall schon erreicht haben finde ich ist und was auch so ein Ziel ist für uns ist ähm dass es eine bessere Vernetzung gibt. Der Menschen untereinander oder auch Vereine, Institutionen oder der Bürger ähm. Auch der Bürger zur Verwaltung hin. Also dass man für uns so ein ist so ein Ziel, dass wir immer schauen ähm was gibt es Für Angebote vor Ort? Wie kann man Synergien schaffen? Ähm wie können wir auch eine Art Wissenstransfer gewährleisten? Wie können wir da Leute vielleicht auch befähigen. Also wir sehen uns mehr so wirklich als die Vermittler. Ne, das ist so ein bisschen die die Aufgabe, die wir sehen ähm. Dass wir da ähm ja die Leute voranbringen wollen und gemeinsam da dran arbeiten wollen und wir sozusagen die ja Vermittler sind, um Leute zu befähigen, vielleicht selber Dinge anzugehen und weiter voranzukommen, also so ein bisschen die so einen kleinen Funken vielleicht entfachen können äh und den dann weitergeben. Also das ist so ein bisschen, wo wir unsere Aufgabe sehen und unser Ziel sehen. Dass es damit weitergeht. Wir sprechen auch immer jetzt im Zusammenhang jetzt mit Digitalisierung immer von diesem digitalen Gefühl in Anführungszeichen, äh was wir vor Ort schaffen wollen und dass die Leute auch wissen, dass es uns gibt. Also auch das ist wichtig, ähm Kommunikation, dass die Leute wissen, da sitzen äh zwei, die sich damit äh befassen ähm und dass sie ähm ja mitdenken und mit uns zusammenarbeiten und ähm da ja, dass wir da irgendwie ähm es schaffen voranzukommen. [Felix Schmitt] Da sitzen zwei, die sich damit äh beschäftigen, haben sie gerade gesagt. Ja. Ähm ich glaube viele viele Verwaltungen ähm äh werden jetzt äh genau an der Stelle hellhörig werden, sagen hä, wie gönnen die sich das denn leisten, zwei sitzen mhm. Und und sich um so etwas äh kümmern, was jetzt eben keine keine regulatorische Vorgabe an dieser Stelle ist. Wie haben Sie denn diese. Diese Arbeit ähm in ähm äh in Betzdorf auch organisiert. Also einmal, wer sind die 2 und warum sitzen die da? 
 
[Sarah Brühl]  Ja, wer sind die zwei? Das fragen sich glaube ich. Hin und wieder auch noch welche, äh alle Leute, was machen die da überhaupt? Ähm wir bestehen also wir sind ein Team aus aus zwei Leuten, das ist der Sascha Hänsel, der kümmert sich hauptsächlich um ähm Breitband und aber auch um um Datenschutz. Ist aber auch involviert in den digitalen Dörfern und das ist dann ähm meine Stelle noch, ich bin die Projektkoordinatorin der digitalen Dörfer und von digital, das ist unser lokales Projekt. Und äh wir haben sehr schnell gemerkt ähm. Dass wenn wir im Rathaus sitzen nicht sehr viele Leute, dass wir schwierig Leute zu uns bekommen. Wir haben zum Beispiel eine VR-Brille angeschafft. Wir haben zwei 3D-Drucker ähm aber es kommt niemand auf die Idee, vielleicht zu uns ins Rathaus zu kommen und sich das anzusehen oder zu wissen, dass da äh die zwei sitzen und das haben und machen und dass man Dinge mal ausprobieren kann. Ähm und haben dann schnell gemerkt, dass das irgendwie da auch so teilweise noch Barrieren vielleicht auch im Kopf sind, so wie man das von früher kennt, vielleicht das Amt, ne? Ich komme dann da rein und da ist dann so eine Schranke und ich setze mich erstmal in den Flur und so weiter und ähm. Dann haben wir uns überlegt und das hat sich auch so ergeben, dass wir hier in einen Leerstand konnten in der Stadt. Ähm wir sitzen hier zusammen mit unserer Jugendpflege, mit denen wir hat ja eben angesprochen, ganz äh viel schon zusammenarbeiten und super zusammenarbeiten können und haben uns diese Räumlichkeiten angemietet und sitzen da ähm zu zweit als Projektteam und dann noch unsere Kollegin äh Jenny Müller von der Jugendpflege, die auch aufsuchende Jugendarbeit macht ähm und haben dazu noch so ein ähm ja eine Räumlichkeit, wo auch der Jugendtreffen der Kids Treff stattfindet, aber auch andere Veranstaltungen, die wir begleiten oder auch unseren Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung stellen und äh sitzen da wirklich so ein bisschen äh wie im ja Schaufenster tatsächlich. Ist sehr, sehr äh transparent und können halt einfach vorbeikommen und ähm. Die genannte VR-Brille oder auch den 3D-Drucker ausprobieren und ähm hatten da auch 
 
[Felix Schmitt]  Wird das auch gemacht?
 
[Sarah Brühl] Das Wird tatsächlich gemacht ja, also es ist halt äh total spannend, auch gerade jetzt beim beim 3D-Drucker. Es gibt ja immer noch Leute vielleicht, die das nicht kennen und wenn wir den da laufen lassen oder irgendwas drucken da sind die Leute mal ganz gespannt. Wir drucken da auch immer zum Beispiel kleine Schlüsselanhänger mit Robotern. Die können wir auch dann gut immer weitergeben an die Bürgerinnen und Bürger und äh unser Ziel ist, alle Betzdorfer werden irgendwann diesen Roboter am Schlüssel haben. Aber es kommen halt das Tolle ist halt, es kommen halt auch Leute, die selber Expertise haben und das hätten wir sonst so nie gehabt, also wenn wir im Rathaus gesessen haben äh oder weiterhin gesessen hätten. Es sind Leute zu uns gekommen äh aufgrund dessen, da kam ein junger Mann rein und sagt, oh, ihr habt ja hier einen 3D-Drucker, ich baue die selber. Und wir waren ganz verwirrt. OK alles klar? Ja sollen wir vielleicht mal einen Kurs anbieten? Soll ich da vielleicht mal was machen? Und mit dem sind wir ins Gespräch gekommen, mit dem werden wir so nie ins Gespräch gekommen äh gekommen und ähm. Da überlegen wir jetzt zum Beispiel vielleicht auch im Zusammenhang mit der VHS oder sonst äh jemanden, da jetzt diese drei-D-Druckerkurse anzubieten das wäre vorher nie passiert, ne? Also wir hätten hier kommen dann auch mal Leute vorbei, die sonst halt wie gesagt am Rathaus nicht vorbeigekommen wären oder auch nix von uns gewusst hätten Ne, also so holt man dann auch wieder eine Expertise rein und das ist halt total toll, dass man da auch Leute findet, ähm die hier schon ganz viel machen können, ne oder auch schon ganz viel tun. Also das war auch so oder ist auch unsere Haupt äh Arbeit zu gucken, was gibt’s hier alles schon vor Ort, ne? Also es ist nicht hier alles tot und äh. Es gibt schon viele Leute, die auch Dinge anbieten können und auch wollen, aber ihnen fehlt vielleicht die Plattform oder die Leute, die das vermitteln. Und das ist halt so wirklich unsere Aufgabe, die wir da auch sehen und ja halt auch die Transparenz zu haben und die VR-Brille läuft natürlich super gerade bei der jüngeren Generation, äh ist die sehr, sehr beliebt, um das auszuprobieren und so kommt man dann halt über diese Mittel äh schnell ins Gespräch, über unser anderen Projekt und was wir sonst so tun und wir finden’s halt wichtig, dass es Digitalisierung zum Anfassen und Mitmachen ist. Und äh das wollen wir hier dann gewährleisten quasi. 
 
[Felix Schmitt] Und die vielen Projekte, die Sie jetzt auch schon angesprochen haben, ähm. Wo kommen die denn her? Kommen die aus dem äh aus dem Bauchgefühl äh der der Kommunalpolitik oder haben Sie da auch ein äh auch eigene Konzept oder eine eigene Strategie entwickelt, aus der sich dann auch solche Ideen auch wieder speisen. 
 
[Sarah Brühl] Mhm, es ist tatsächlich auch ein Prozess und ähm Prozess, der immer wieder passiert. Wir haben auch ein digitales Arbeitspapier ähm verfasst, weil wir auch versuchen natürlich zu gucken, was haben wir alles für Zielgruppen oder Menschen vor Ort, wie können wir die alle bestmöglich irgendwie unterstützen oder ähm ja wie können wir da mit denen äh zusammenarbeiten? Das haben wir dann auch mal niedergeschrieben und in ein Konzept Eingepasst, allerdings ist das sehr ähm sagen wir mal agil. Also auch da ergeben sich dann immer wieder neue Sachen, ne? Also es entstehen dann immer wieder neue Projekte oder äh kleinere Sachen, die dann wieder on top kommen oder die sich vielleicht auch wieder verändern. Ich glaube, das liegt aber auch ähm in der Thematik an sich, wie jetzt auch zum Beispiel Dynamiken, die durch Corona entstanden sind äh oder Sachen, die wir im Papier hatten oder die wir gerne machen wollten dieses Jahr und dann halt nicht machen können, aber dafür machen wir dann halt anderes ne. Also ich glaube, es bedingt sich auch durch die Thematik dass es nicht ganz statisch laufen kann und da vielleicht auch ein bisschen agiler laufen muss und ähm das ist natürlich auch so ein bisschen was wir so aufschnappen als Projekt Team, aber auch was wir von den äh anderen oder den Bürgerinnen und Bürgern zurückgemeldet bekommen und ähm das ist so ein bisschen schon go with the flow, ne? Aber ähm halt trotzdem in einem gewissen äh Rahmen. Gepackt. [Felix Schmitt] Sie haben vorhin ähm knapp 2 Projekte oder zwei Projektrahmen auch definiert. Das eine sind die digitalen Dörfer und das andere ist Betzdorf digital. Ähm von von den digitalen Dörfern haben vielleicht ein paar auch schon mal gehört, aber können Sie vielleicht mal ganz kurz sagen, was verbirgt sich dahinter und und was was machen die digitalen Dörfer auch in Betzdorf? 
 
[Sarah Brühl] Ja ähm die digitalen Dörfer sind ein Projekt, das läuft jetzt schon seit 2015 und zwar wurde das initiiert vom Fraunhofer aus Kaiserslautern. Ähm die hatten die Idee, es gibt ja diese ganzen Smart City Konzepte und ähm das passt halt nicht zwingend so auf auf auf den ländlichen Raum. Wir haben ja sehr, sehr viel ländlichen Raum, gerade auch in Deutschland und auch in Rheinland-Pfalz ähm gibt es ja sehr, sehr viel ländlichen Raum und dörfliche Strukturen. Sie haben gesagt, warum soll man das nicht vielleicht auch mal probieren, so als Gegenentwurf oder Ergänzung für den ländlichen Raum? Also wie können wir digitale Tools anwendbar machen, um den Leuten vor Ort eine Unterstützung zu geben und äh sind damit zum äh Innenministerium Rheinland-Pfalz ähm wir haben das vorgestellt, die unterstützen das ebenfalls, die Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz war auch noch involviert und es gab damals ein ähm ja eine Ausschreibung für alle Kommunen, man konnte sich darauf äh bewerben und ähm da waren wir ja Betzdorfer mit dabei, Eisenberg und Göllheim aus der Pfalz sind auch noch mit dabei und es sind Modellkommunen geworden und ähm.Ja, seitdem gibt es viele, sind viele äh Anwendungen auch entstanden, die mit den Bürgerinnen und Bürgern äh vor Ort mit Bürger-Workshops erarbeitet wurden und ja das Projekt ist mittlerweile schon in viele Bundesländer tatsächlich äh skaliert, also das ähm gibt’s in NRW in Schleswig-Holstein, Mecklenburg Vorpommern, Sachsen, Bayern ähm oder auch anderen äh Regionen und hat sich da so weitergetragen, weil das wirklich ähm ja so eins der ersten Projekte war das mit dem ländlichen Raum auseinandergesetzt hat. Also wie kann man da Digitalisierung nutzbar machen? Genau
[Felix Schmitt] aus den digitalen Dörfern sind ja auch eine ganze Reihe auch an an Anwendungen entstanden. Äh viele wurden getestet. Manche sind auch schon wieder verschwunden konnten sie denn in in Betzdorf für sich selber ähm auch mitnehmen. Also was gibt es heute noch und was haben Sie ausprobiert und dann hat man vielleicht festgestellt. Hervorragende Lösung, aber vielleicht nicht für Betzdorf. Was sind dann so die Erfahrungen, die sie da in den letzten Jahren noch gemacht haben. 
 
[Sarah Brühl] Mhm, also was wir in der ersten Testphase hatten, das war dann 2016 war und womit wir uns auch beworben hatten, waren den Einzelhandel zu unterstützen, also eine lokale Einkaufsplattform zu haben ähm bei der Bürgerin oder Bürgerinnen und Bürger, für Bürger ähm Waren liefern, die es hier vor Ort äh im Einzelhandel gibt. Also man konnte das bestellen auf dieser lokalen Plattform. Und konnte dann ähm im nächsten Schritt in der ähm konnte man das dann äh in der also Bestellbar hieß das ähm und konnte dann in der Lieferbar äh konnte man, das war dann noch eine äh ergänzende App, konnte man dann sozusagen Pakete schauen, wo sind die, wo liegen die und kann die für Bürger mit also dieses sollte ein bisschen die Ergänzung zu dem sein, wie man früher über den Zaun gerufen hat, ne? Soll ich dir noch was vom Wochenmarkt bringen oder kann ich dir sonst noch irgendwo was holen? Ähm das äh bisschen zu digitalisieren, weil teilweise auch wir hier gemerkt haben, dass nicht mehr so viel über miteinander gesprochen wird und man dadurch aber Leute unterstützen kann. Einerseits den Einzelhandel natürlich und andererseits aber auch die. Bürgerinnen und Bürger, die vielleicht nicht mehr mobil sind und auch vor Ort nicht einkaufen können aus äh verschiedenen Gründen. Ähm. Hatten wir drei Testphasen zu und ähm es sind auch immer mehr Händlerinnen und Händler dazugekommen, also was schön war und wirklich sehr gut gelaufen war, äh waren frische Waren, also alles, was man sich vorstellen kann. Wir hatten hier zum Beispiel unseren Wochenmarkt auch mit angeschlossen oder in der Pfalz waren dann Spargelhöfe und Erdbeerhöfe mit angeschlossen. Die sind sehr, sehr gut gelaufen ähm oder einen örtlichen örtlichen ähm Lebensmittelhandel. Ähm das äh hat gut funktioniert. Ähm aber so am am am Ende des Projektes zeigte sich die Einzelhändler ähm waren noch nicht so ganz bereit, nenne ich’s mal. Ich sag’s einfach mal so, ähm. Es ging ja dadrum, dass sie da sich vielleicht auch beteiligen müssen und äh Waren einstellen müssen und auch so ein bisschen sich drum kümmern müssen und ähm vielleicht waren wir da der Zeit so ein bisschen voraus, also wenn ich das jetzt so sehe äh zu Corona-Zeiten ähm wie schnell hier Einzelhändler vor Ort auch Onlineshops aus dem Boden gestampft haben ähm. Ja, war das vielleicht vor ein paar Jahren dann einfach vielleicht noch zu früh, aber ich glaube, wir haben trotzdem ganz, ganz viel dadraus gelernt, also ähm. Dass Digitalisierung wirklich unterstützen kann ähm und auch ein zusätzlicher Weg sein kann zum äh stationären Einzelhandel, damit auch alle ähm ja dran partizipieren können an dem Angebot, was es hier vor Ort gibt und einfach auch sichtbar zu sein. Ne? Also dass man einfach sieht, was hat man noch vor. Ich glaube, da haben sich auch einige gewundert. Es ging hier da zum Beispiel da drum, wo bekomme ich ein Portmonee und dann ah ja, okay, da und da in dem Laden, das war mir vorher gar nicht so klar und dass man auch mal vielleicht einen Überraschungsmoment hat und sagt, oh, was gibt’s denn dort doch noch alles tolles vor Ort, ne? Also das ähm hat man dadurch schon äh gelernt. Wir sind dann umgestiegen ähm 2017 in den Bereich Kommunikation, da sind dann auch Anwendungen entstanden. Einmal eine ähm Informationsplattform, wo wir als Verwaltung viele Informationen einstellen, die auch sehr, sehr gerne gelesen werden, so was wie Straßensperrung oder Baustellen oder ähm solche Sachen, die wir ähm liefern können, was was unsere VHS zum Beispiel macht oder unsere Jugendpflege anbietet. Ähm oder jetzt grade zur Corona-Zeit was ganz, ganz äh wichtige äh Plattform um äh zu, schnell zu informieren, was wo wann geschlossen hat oder jetzt auch, was jetzt so sukzessive wieder aufmacht. Ähm und darauf. Aufbauend gab es dann den Dorffunk als eine App, also wo du dann wirklich die Nachrichten, wenn sie möchten, als Push-Nachricht direkt ähm. In die Hosentasche bekommen quasi, auf ihr Smartphone, äh wo diese ganzen Informationen landen, aber sich auch Bürgerinnen und Bürger austauschen sollen auf einer regionaleren, geschützteren Ebene. Ähm. Das hat auch für uns jetzt hier supergut funktioniert während Corona. Es gibt eine eine ähm einen Kanal suche und biete und da wurde ganz, ganz viel Hilfe ähm angeboten jetzt ähm in der Pandemie, grade also sehr, sehr akut war äh im März und April. Und äh das hat äh für uns wirklich äh super funktioniert an der Stelle, dass wir dieses digitale Hilfsmittel hatten, um Leute zu vernetzen. [Felix Schmitt] Und es gibt ja neben ähm den den digitalen Dörfern ja auch noch Betzdorf digital. Wie unterscheiden sich denn diese zwei Initiativen voneinander? Was machen sie denn in in Betzdorf digital? 
 
[Sarah Brühl] Mhm. Betzdorf digital ist tatsächlich dann eher dieses ähm ich sage mal Produkt losgelöste, also die digitalen Dörfer sind ein rheinland-pfälzisches Projekt. Ähm das ähm mit der Wissenschaft, also dem Fraunhofer IESE und ähm aber auch der ähm quasi zusammenarbeitet, also eher dieses Wissenschaftliche ähm äh diese wissenschaftliche Ausrichtung hat ähm unterstützt vom Land. Und dann haben wir ein Bett auf Digital, dass wir eher schauen, was haben wir, was können wir mit den Akteuren vor Ort machen. Heißt dann konkret, wie können wir zum Beispiel mit Schulen zusammenarbeiten oder mit Kitas oder wie können wir mit unseren Ehrenamtlern Ehrenamtsinitiativen zusammenarbeiten, wie können wir mit unseren Vereinen zusammenarbeiten, also losgelöst sozusagen von den von den Lösungen oder diesen Plattformlösungen, die wir in der digitalen Dörfern entwickelt haben, natürlich auch synergetisch genutzt, ganz klar. Aber wir schauen, was können wir wirklich konkret für Projekte vor Ort machen? Ähm mit den mit den äh Voraussetzungen, die hier herrschen oder die auch bei denjenigen ähm Zielgruppen dann ähm da sind. Also das ist wirklich viel konkreter auf die einzelnen ähm Menschen sozusagen bezogen.
[Felix Schmitt] Und zu diesen Zielgruppen gehören ja zum Beispiel auch, sie hatten vorhin dann gesagt, Demografie ist ähm im im ländlichen Raum auch ein Thema. Ja auch gerade. Diejenigen, die jetzt nicht mehr zu den early adopters zählen, die eher generationen ähm 5undsechzig plus, von denen wahrscheinlich heute, auch fast jeder zumindest mal WhatsApp auf dem Smartphone hat, ähm. Und vielleicht auch noch Facebook. Mhm. Aber ansonsten mit der Digitalisierung oftmals sichern ein bisschen schwer tun oder vorsichtiger auch sind. Was für Angebote haben Sie denn, um grade auch diese Jahrgänge auch zu erreichen und auch vielleicht ein bisschen für die digitale Transformation auch zu gewinnen?
[Sarah Brühl] Manchmal vertut man sich auch, wie fit die schon unterwegs sind, ne? Also das ist wirklich äh das habe ich auch gelernt. Also man sollte nicht immer in diesen Schubladen denken. Also wir haben auch ganz, ganz tolle Leute, die, ich sage jetzt mal, für das Rentenalter sind Alter sind, die da unterwegs sind. Ähm. Und da uns auch unterstützen, also das ist so total toll. Ähm was wir versuchen auch da. Äh wir haben zum Beispiel Tablet-Kurse, die wir anbieten in Zusammenarbeit mit unserer Volkshochschule. Das sind solche Dinge ähm die wir machen. Wir haben hier einen IT Café, das findet in unseren Räumlichkeiten einmal im Monat statt das wird auch von Ehrenamtlichen äh Bürgerinnen und Bürgern ausgerichtet, die helfen bei aller möglichen Probleme, die es da geben kann. Also sprich äh Hardware, aber auch Softwareprobleme oder sonstige Sachen. Also das heißt, die haben hier auch eine Anlaufstelle, wo sie hinkommen können und abgesehen quasi auch von uns, wo auch ähm tatsächlich jemand hinkommen kann, wenn er Probleme hat. Also das ist ähm für alle Altersgruppen natürlich, ne. Also das ist sind so die Dinge, wo wir versuchen, die Leute ähm mitzunehmen und mit denen zusammenzuarbeiten. [Felix Schmitt] Wir haben jetzt ganz viel über das äh Gemeinschaftsleben, über das äh Dorfleben oder Stadtleben. Wird sich kleiner machen als es ist. Ja. Äh ja auch gesprochen. Ähm. Aber ein Bereich der Digitalisierung, den haben wir jetzt hier an dieser Stelle mal komplett hier erstmal vorgelassen der Bereich der Verwaltung ja auch an sich und sie sind ja auch ein Teil der Verwaltung von ähm das ist ja oftmals auch ein Bereich, der besondere Herausforderungen ähm hat. Mhm. Beschäftigen sich äh äh die ähm Bed’sdorf digitale Leute. Beschäftigen Sie sich auch damit oder sagen Sie, hm das ist dann vielleicht eher was für für andere.
[Sarah Brühl] Nee, eigentlich nicht, weil ich glaube, das muss man zusammen denken. Also wenn wir sagen, digitalisiert euch, also natürlich nicht so, aber wenn wir sagen, ihr alle müsst digitaler werden oder schaut mal, was wir hier alles machen und machen können und wir selber sind da äh hinten dran, das ist
nicht glaubwürdig und auch nicht richtig, weil es wird sehr, sehr viele Herausforderungen für uns auch als Verwaltungen geben. Ähm Stichwort wäre da vielleicht das Online-Zugangsgesetz, das kommen wird. Das heißt, wir müssen uns da auch auf den Weg machen und ähm wir müssen, also ich glaube, das ist äh einerseits natürlich diese gewisse Strukturen sind uns ja vorgegeben durch Gesetzgebungen et cetera beziehungsweise werden vorgegeben durch Bund und Länder. Ähm ich glaube bei uns und das ist unser Hauptaugenmerk auf dass wir im Moment äh legen, ist tatsächlich eher dieses wie können wir da so eine Art ähm ich sage jetzt mal das Wort, aber es ist den Kulturwandel, ne, also den viel beschworenen, wie können wir den eher ähm verankern bei unseren ähm Kolleginnen und Kollegen? Wie können wir uns da in Personalorganisationsstrukturen wie können wir uns da ein bisschen besser aufstellen, damit wenn dann so was wie Online-Zugangsgesetz kommt oder sonstige herausfordern, dass wir uns da besser rüsten. Also es geht wirklich tatsächlich eher so ja auch um Kommunikation ähm und bereit machen sozusagen. Also das ist eher so da, wo wir unser Hauptaugenmerk haben, nicht so auf die die Technik an sich, sondern eher wie können wir miteinander ähm arbeiten, wie sieht so die Arbeit der Zukunft vielleicht in der Verwaltung aus? Das sind eher so die Themen, mit denen wir uns da befassen. Ähm aber nichtsdestotrotz ist es natürlich ein dickes Brett. Also ähm wir wurden hier schon als Projekt Team auch als ähm intern als Firlefanz Komitee bezeichnet. Ähm das ist aber etwas, was wir mit Stolz tragen, weil wir äh natürlich ein bisschen anders sind wie die anderen in der Verwaltung, ganz ganz klar. Ähm aber ich denke auch vom Firlefanz Komitee kann man bestimmt was lernen und ähm wir haben auch eine Lösung gehabt oder haben eine Lösung, sond in der digitalen Dörfern, dass ähm nennt sich Sags-Uns-Kanal. Das ist so ein bisschen, man kann es sich auch vorstellen wie so ein so ein Mängelmelder, da sollen Bürgerinnen und Bürger ähm ihre Anliegen melden. Wir haben’s extra neutraler oder positiver, sag’s uns ausgedrückt, weil wir gesagt haben, es können auch positive Sachen gemeldet werden, die auch übrigens gemeldet werden. Das ist auch ganz schön, wenn Bürgerinnen und Bürger zufrieden sind oder was zeigen wollen, was was sie schön finden irgendwie, wo eine Bank irgendwo oder einen schönen Platz, den es in der Gemeinde gibt oder bei uns in der ganzen Verbandsgemeinde Betzdorf sein, das ist ja nicht nur Betzdorf, sondern es ist Betzdorf Gebersheim bei uns, die ganze Verbandsgemeinde, die da partizipiert, die da im Projekt mitmacht und ähm. Über diesen Sags-uns-Kanal, das kann man sich so vorstellen, da kommt eine Meldung äh rein ähm über die App und wir. Bekommen das dann intern. Wir bearbeiten das, weil wir antworten dann den Bürgerinnen und Bürger und müssen dann intern quasi unsere Prozesse daran anpassen und das ist halt ein sehr sehr spannender Prozess, in dem wir auch immer noch sind ähm zu schauen, wenn da was kommt und ein anliegendes, wie können wir das bestmöglich und kooperativ lösen und das machen wir auch über so ein Art, man kann sich das ein bisschen vorstellen wie so ein Chatmodul, wo ich ähm meine Kolleginnen und Kollegen hinzuhole und die sagen, vielleicht bin ich doch nicht zuständig, sollte macht jemand anders, dann kann ich den wieder rausnehmen, jemand anders hinzunehmen und das ist ganz toll, weil wir da so ein bisschen lernen jetzt, einfach lernen, wie sind unsere. Unsere Abläufe, unsere Prozesse macht das überhaupt so Sinn. Also wir haben ähm ich glaube, das ist kein Spoiler alert, wenn ich sage, es macht nicht alles Sinn, wie wir das bisher abgearbeitet haben. Ähm und das ist für uns im Moment total toll, diese Sachen mal mit dieses äh Tools zu lernen. Wie können wir besser und schneller und vielleichter auch wieder agiler für den Bürger arbeiten? Das ist ähm zum Beispiel so ein kleine ein kleine Anwendung, die wir da machen und wo wir ähm. Lernen können und das sollten wir auch weiter verfolgen und wollen wir auch weiter verfolgen. [Felix Schmitt] Und ich nehme mal an, wichtige Voraussetzungen, dass so etwas ja auch gelingt, ist, dass Verwaltung, Rat Bürgermeister auch äh auch mitmachen. Haben Sie denn von dieser Seite auch äh auch Rückendeckung oder kommt da auch immer mal wieder Störfeuer oder sonstige äh Querschüsse, ähm die es dann vielleicht auch ein bisschen schwieriger machen. Wie ist so die die der Rückhalt auch für solche Digitalisierungsbemühungen 
 
[Sarah Brühl] Es gibt natürlich die Stimmen, die sagen, warum befasst sich jetzt gerade eine Kommune oder eine verwalte mit Digitalisierung, das ist nicht originäre Aufgabe, natürlich gibt es die, aber ich glaube, wenn man auch da wieder der Punkt Kommunikation mit denen ähm mal im Gespräch führt und sich mit denen auseinandersetzt und denen erklärt, was man hier tut und wofür man das tut und dass es viel mehr um um soziale Sachen geht und Herausforderungen, die wir hier in der Gesellschaft haben, also um gesellschaftliche Themen und das Zusammenleben vor Ort dann kommt man da gut zusammen, aber man muss natürlich Wichtig ist natürlich, dass die Leute an einen herantreten und man das auch mitbekommt, ne? Das ist ganz, ganz wichtig, dass man da auch drauf eingehen kann. Ansonsten Rückendeckung von unserem Bürgermeister ist da, Gott sei Dank, der ist da wirklich super unterwegs, unterstützt uns immer und treibt auch das Projekt über die Grenzen der Verbandsgemeinde hinaus äh treibt das nach vorne. Das ist auch superwichtig. Also wenn Sie da ähm wie Sie schon gesagt haben, wenn Sie da niemanden haben, der Sie da unterstützt, dann wird es halt auch für uns äh in einer sagen wir mal unteren Ebene wirklich schwierig. Wir versuchen auch immer wieder und tun das auch in die Räte zu gehen, ähm also einmal in unseren äh unsere Verbandsgemeinderat und so ein bisschen auch zu erklären, was wir tun, wie wir das tun, also auch im Sinne der Transparenz ähm und auch in die einzelnen Ortsgemeinden, weil wir gelernt haben, das kann man nicht einmal so ein Statusbericht sozusagen abgeben und dann ist gut, sondern dass wir auch wirklich vor Ort gehen und die einzelnen, wir haben siebzehn ähm Ortsgemeinden insgesamt. Die Stadt Betzdorf hinzugenommen, dass wir da überall mal hingehen und das vorstellen und direkt mit den Leuten ins Gespräch kommen. Da sind ja teilweise dann auch Bürgerinnen und Bürger. Ähm das ist so ein bisschen der Weg, den wir versuchen zu gehen, um die Leute da überall abzuholen und sonst zu sagen, kommt doch einfach mal vorbei, ne? Also das ist so das wie wir versuchen äh vorzugehen. Natürlich auch immer, dass man ähm das nicht so vorkaut, sondern dass man dann auch versucht äh zu involvieren und zu vermitteln. [Felix Schmitt] Wenn ich das jetzt mal so zusammenfasse, also im Prinzip haben sie jetzt vor zehn Jahren damit angefangen. Mhm. Ähm in der Verbandsgemeinde und in der Stadt Betzdorf äh Digitalisierung in das Alltagsleben auch zu integrieren oder auch Module daraus. Da kommen dann auch noch fünf Jahre Erfahrung mit den digitalen Dörfern ähm mit Betzdorf digital dazu. Mal jetzt mal versucht da so zu rekapitulieren. Was hat sich denn in in der Dorfgemeinschaft in der Stadtgemeinschaft oder in der Verbandsgemeinde was hat sich denn in dieser Zeit geändert? Also merkt man das schon oder ist das nur hier oder da mal ähm ein kleiner Aspekt, äh den man ähm den man erkennen kann oder ist es wirklich im Leben der Menschen auch schon angekommen. 
 
[Sarah Brühl] Das finde ich eine ja interessante und schwierige Frage ähm ich glaube schon, dass allein, dass wir hier so diesen physischen Raum haben, der sichtbar ist und. Wir sichtbar sind vor allen Dingen als zwei Ansprechpersonen, dass sie sich das schon geändert hat, dass die Leute immer mehr wissen, dass da äh. Dass wir da sind, dass wir helfen, dass wir unterstützen und dass es da äh Leute gibt, die sich damit befassen. Ähm ich glaube auch, das Thema ist jetzt, das hat uns so ein bisschen das hört sich jetzt blöd an, geholfen durch Corona, dass das noch mal wirklich auf mehr auf die Agenda bei vielen Leuten gekommen ist, was für mich das Schönste eigentlich ist, dass ich Leute gefunden habe durch das Projekt und die Projekte, die vorher nichts miteinander zu tun hatten, also ähm sei es jetzt, dass sie sich Pakete gegenseitig geliefert haben, sich da unterstützt haben oder jetzt ähm über die Dorffunkapp, wo sie sich ähm zusammengefunden haben. Da sind tatsächlich Freundschaften entstanden ähm von Menschen, die nichts normalerweise miteinander zu tun hätten, weil sie vielleicht in verschiedenen Gemeinden wohnen oder auch vom Altersdurchschnitt zum Beispiel unterschiedlich sind, gerade im Hilfebereich ähm. Die haben sich dann hinterher zusammengefunden und ähm Jüngere unterstützen jetzt Ältere, die unterstützen dann die Jüngeren vielleicht in anderen Dingen wieder. Da sind tatsächlich Freundschaften entstanden und dieses Miteinander. Sich gefühlt da so ein bisschen ähm gestärkt. Also wir haben, glaube ich, auch noch einen langen Weg natürlich zu gehen. Also es ist nicht hier alles ähm. Friede, Freude, Eierkuchen und Regenbogenland. Ähm aber. Ich denke, wir haben einen guten Start gemacht und sollten da jetzt vor allen Dingen auch dranbleiben. Also das finde ich finde ich auch ganz wichtig, dass man abseits dann auch das Modellprojekt ist, das weiterverfolgt und da weiter weitermacht jetzt einfach ähm weil ich glaube schon, dass man da was bewegen kann und auch ganz viele Herausforderungen dann noch kommen werden, wo man versuchen kann. Ähm ja, dann das zu begleiten und ähm. Ja zu unterstützen. [Felix Schmitt] Ja Frau Brühl, Sie konnten glaube ich in den letzten Jahren schon einiges auf die Beine stellen. Da wird dieser Aufruf jetzt sicher auch auf offene Ohren stoßen. Mhm ich glaube das ist jetzt auch ein passendes Schlusswort für unsere heutige Folge. Vielen Dank Frau Prühl für die vielen Einblicke und Erfahrungen. Heute stehen ja auch viele Kommunen vor der Entscheidung wie und womit sie in der kommunalen Digitalisierung loslegen können. Ich bin überzeugt, das war heute, gerade für solche Menschen, wirklich hilfreich. Danke schön. So Hast du noch Fragen oder willst mehr wissen? Dann schreib mir eine E-Mail an podcast@felixschmitt.de und ich melde mich bei dir. Ich freue mich auch über deine Themenwünsche. Zu welchem Thema der kommunalen Digitalisierung möchtest du noch etwas hören? Auch hier gilt, schreibt mir eine Mail an podcast@felixschmitt.de . Willst du mehr über die kommunale Digitalisierung erfahren? Dann kannst du auch meinen Newsletter abonnieren. Hier versorge ich dich immer freitags mit Tipps und Tricks, mit Informationen und mit Hintergründen. Ich würde mich auch freuen. Auch bei der nächsten Folge dabei bleibt, also den Podcast auch abonniert. Besonders wichtig ist mir dein Feedback, damit ich von Anfang an über das sprechen kann, was dir auch wirklich wichtig ist. Darum freue ich mich über eine Bewertung bei iTunes, Spotify oder wo auch immer du diesen Podcast gerade hörst. Empfehle mich auch gerne weiter an Kolleginnen und Kollegen, die vielleicht Bock haben auf einen Podcast zur kommunalen Digitalisierung. Bis dahin, dein Felix Schmitt.